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[Review] Crane, Caprice - Von jetzt auf gleich

Taschenbuch
Erschienen: 2009
Sprache: Deutsch
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Seiten: 381
ISBN: 978-3-596-17242-9
Preis: 8,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 






Über die Autorin:

Caprice Crane, geboren in Hollywood, aufgewachsen in Manhattan, ist Tochter einer Schauspielerin und eines Talkshow-Moderators, hat u.a. gekellnert, an der New York University studiert und als Head Writer bei MTV gearbeitet. Nach “Alles außer Nachbarn” ist “Von jetzt auf gleich” ihr zweiter Roman.


Klapptext:

Sie ist 25 und ein bisschen zu nett für diese Welt. Deswegen springen alle privat und beruflich richtig fies mit Jordan um. Nach einem Fahrradunfall wittert sie die Chance auf einen Neuanfang: Sie simuliert einen Gedächtnisverlust. Keine Erinnerungen – keine Probleme! Plötzlich hat sie ihren Alltag wieder im Griff, wird geschätzt und geliebt. Aber genau dann passiert das, was nun wirklich nicht hätte passieren dürfen: Jordan bekommt einen Baseball an den Kopf, wird ohnmächtig – und weiß danach wirklich nicht mehr, wer sie ist… 


Meinung:

Das Leben ist ein Arsch und nutzt jede Gelegenheit, um einen in genau diesen einen Tritt zu versetzen. So kennen wir das – und genau so ergeht es der Protagonistin in Caprice Cranes Werk “Von jetzt auf gleich”. 


Jordan ist einfach ein zu netter Mensch, der niemals nein sagen kann, und das nutzten die Menschen – egal ob privat oder beruflich aus. Erst klaut ihr ihre Chefin ihre Ideen für eine Marketingkampagne, dann wird sie auch noch von ihrem ach so tollen Freund Dirk betrogen und nicht zuletzt ständig von ihrer Familie runtergemacht. Wer würde da nicht gerne mal eine Auszeit aus seinem Leben haben wollen? Jordan bekommt die Gelegenheit dazu, nachdem sie in einem Unfall verwickelt worden ist. Sie entschließt sich kurzerhand dazu, ihren Gedächtnisverlust vorzutäuschen, damit sie endlich einmal von allem eine Auszeit bekommt und die Gelegenheit erhält, sich für die kleinen Dinge des Lebens zu revanchieren. Nach einigen Monaten des Durchhaltens mit vorgetäuschtem Gedächtnisverlust entschließt sie sich, die Sache endlich aufzugeben und zu ihrem normalen Leben zurückzukehren. Und genau da schaltet sich das Leben ein: sie bekommt einen Baseball an den Kopf und verliert tatsächlich ihr Gedächtnis. Doch wie kriegt sie es wieder?

Ich weiß auch nicht, aber ich fand die Geschichte um Jordan jetzt nicht so witzig, wie sie angepriesen worden war, aber an sich hat die Story etwas. Mag sein, dass mein Leben vielleicht ein paar Parallelen zu viel zu dem der Protagonistin hat, ich mir aber im Gegensatz zu dieser nie überlegt hatte, wie es wäre, wenn ich alles vergessen würde. Kenn ich das, dass die Familie manchmal nervt? Klar, aber wer kennt das nicht? Hab ich eine fiese, hinterhältige und verwöhnte Schwester? Nö. Hab ich einen Ex, der fremdgegangen ist? Ja. Hab ich einen besten Freund, der für mich wie ein großer Bruder ist? Aber sowas von. Also, wie ihr sehen könnt, eindeutig ein paar Parallelen zu viel. An der einen oder anderen Stelle muss ich wirklich sagen, ja ich bin auch zu nett und hätte wahrscheinlich nicht anders reagiert, aber man muss das Neinsagen einfach lernen – so schwer es auch fällt (Falls es jemanden interessiert, ich hab es zwischenzeitlich auch gelernt! Bin schließlich kein Fußabtreter!). Aufgrund dieser unheimlich und gruselig vielen Ähnlichkeiten mit Jordan konnte ich auch wirklich nachempfinden, was sie empfunden hat, dennoch war mir von vornherein klar, dass das Leben immer zurückschlägt und wäre daher nie auf so eine Idee gekommen, wie sie es hier getan hat. 

Aber neben der Protagonistin selbst gibt es wirklich ein paar Charaktere, die man mit der Zeit wirklich richtig lieb gewinnt. Da wäre zum einen Jordans bester Freund Todd. Todd ist großartig, hilfsbereit und immer für Jordan da. Genauso ist auch Cat immer für sie da. Die beiden sind einfach großartige Freunde. Aber man kann wirklich schon sagen, dass Jordan auch mal hätte früher lernen können, auf ihre Freunde zu hören, denn die haben ihr schließlich von Anfang an gesagt, dass ihr derzeitiger Freund (Dirk) ein echtes Arschloch ist. Aber wie das so ist: man muss das alles selbst einmal rauskriegen, bevor man lernt auf andere zu hören. 

An sich ist die Story durch die Autorin wirklich gut und authentisch umgesetzt, sodass man wirklich das ungute Gefühl hat, dass das Leben tatsächlich einem einmal so einen schlechten Scherz spielen könnte. Gerade dieses Authentische lässt die Geschichte umso reizvoller in meinen Augen erscheinen. Allerdings fand ich den Schluss nicht überzeugend. Er war kurz und wirkte einfach nur so dahingeklatscht, was ich sehr schade fand. 


Bewertung:

Man kann es lesen, muss aber nicht unbedingt.



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