[Review] Viehl, Lynn - Im Bann der Träume (Darkyn #2)

Taschenbuch
Erschienen: 2010
Verlag: Egmont-Lyx
Sprache: Deutsch
Seiten: 394
ISBN: 978-3-8025-8268-4
Preis: 9,95 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren






 

Über die Autorin:

Die amerikanische Autorin Lynn Viehl wurde 1961 geboren. Unter Pseudonym hat sie bereits zahlreiche Liebesromane geschrieben. Die Darkyn-Serie ist ihr erster Ausflug in die Romantic Fantasy, mit dem sie sogleich auf die USA-TODAY-Bestsellerliste gelangte. Gegenwärtig lebt sie mit ihrer Familie in Florida. 


Klapptext:

Der Vampirkrieger Thierry Durand wurde einst von seiner geliebten Frau verraten und von der Bruderschaft des Lichts grausam gefoltert. In seinem Schmerz verfiel er dem Wahnsinn und streift nunmehr umher – auf der Suche nach seinen ehemaligen Peinigern und auf der Flucht vor seinen eigenen Leuten. Denn in seinem Wahn hat er die Ärztin Alexandra Keller angegriffen, die Gefährtin seines Lehnsherrn Michael Cyprien. Dieser ist entschlossen, Thierry zur Strecke zu bringen, damit er keine weiteren Unschuldigen verletzten kann. In Chicago begegnet Thierry der zerbrechlichen Jema Shaw, die ihn sofort in ihren Bann zieht. Jema ist schwer krank und überzeugt, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Um sich davon abzulenken, stürzt sie sich in ihre Arbeit im Museum und in ihre heimliche Tätigkeit als forensische Expertin bei der Polizei. Fasziniert von ihrer Schönheit und Verletzlichkeit, besucht Thierry Jema in ihren Träumen. Dort erfüllt er ihr alle sinnlichen Wünsche und wird schon bald von tiefer Liebe zu ihr erfüllt. Doch durch seine Anwesenheit gerät Jema zwischen die Fronten des jahrhundertealten Krieges zwischen den Darkyn und der Bruderschaft des Lichts. Thierry setzt alles daran, sie zu beschützen, denn nur durch sie kann seine gequälte Seele wieder Frieden finden. 


Hinweis: Der weitere Beitrag enthält möglicherweise Spoiler! 


Inhalt:

Thierry Durand glaubte einst, ein glückliches Leben geführt zu haben – bis auf seine Zeit als Tempelritter, in der er vielen Menschen das Leben genommen hat, und der Tatsache, dass er von seiner Ehefrau, die er liebte und vergötterte, verraten, gefoltert und verstümmelt wurde. Das Schlimme und Unverzeihliche daran ist, dass sie nicht nur ihm, sondern auch ihrem gemeinsamen Sohn – Jamys – das Gleiche angetan hatte wie ihm. Angewidert und von den unerträglichen Gedanken geplagt, verfällt er dem Wahnsinn und greift in einem solchen Anfall die Gefährtin seines Freundes Dr. Alexandra Keller an. Nachdem ihm bewusst geworden war, was er getan hatte, floh er und wäre dabei fast erneut in die Hände der Bruderschaft geraten. Aber er hat ein Ziel: die Folterer einer jungen Frau namens Luisa Lopez zu finden, die wie es scheint ebenfalls von der Bruderschaft gefoltert worden war. Auf seiner Suche nach den besagten Attentätern und Flucht vor seinen Artgenossen sowie der Bruderschaft begegnet er Jema Shaw, einer jungen Frau aus gutem Hause, die neben ihrer Tätigkeit im Museum noch heimlich als forensische Expertin für die Chicagoer Polizei arbeitet. Zufällig entdeckt Jema nämlich eine Blutspur und folgt ihr und landet in den Armen von Thierry, der seinen Hunger kaum noch kontrollieren kann und Blut von ihr nimmt. Als er jedoch das Kennzeichen ihres Wagens sieht, wird ihm bewusst, dass er den Namen, der darauf angegeben ist, schon einmal gesehen hat. Er folgt ihr – in der Sorge, dass er zu viel Blut genommen hat und ihr damit Schaden zugefügt haben könnte – und findet heraus, dass es sich tatsächlich um Jema Shaw handelt, deren Name ebenfalls in den Unterlagen zu Luisa Lopez auftaucht, mit einem Vermerk, dass diese stark an Diabetes leidet. Besorgt schleicht er sich nachts in ihr Zimmer und dringt in ihre Träume ein, um seinem ursprünglichen Drängen, die Angreifer von Luisa zu finden, da es scheint, dass Jema mehr weiß als sie selbst ahnt, nachzugeben. In ihren nächtlichen Träumen unterhalten sich die beiden und Thierry fühlt sich unerklärlich zu ihr hingezogen – denn selbst wenn er wollte, er könnte sich nicht mehr von ihr fernhalten und will sie immer beschützen. Als Jema dann tatsächlich von drei Männern brutal angegriffen wird, greift er ein und schützt sie, bringt sie nach Hause und weicht nur von ihrer Seite, wenn er sich damit zu erkennen geben muss.


Nebenbei findet Jema noch heraus, was ihr Vater eigentlich wirklich in Griechenland bei seinen Expeditionen gesucht hat und, dass ihre Mutter danach immer noch auf der Suche ist und dabei von ihrem Hausarzt unterstützt wird – der allerdings seine eigenen Plänen verfolgt. Nach dem Angriff auf ihr Leben wird ihr allerdings auch noch etwas anderes klar, nämlich, dass der goldäugige Dämon aus ihren Träumen wirklich existiert und sie ihn liebt.
Noch ganz mitgenommen von dem Angriff und dem neuen Wissen um ihre Mutter entschließt sich Jema trotzdem auf die Party ihres Nachbarn Valentin Jaus‘ zu gehen. Doch diese Party entpuppt sich bald als ein weiterer Höllentrip und das Geheimnis um Jema’s Krankheit wird gelüftet…


Meinung:

Ich habe bereits den ersten Band der Darkyn-Reihe gemocht, da einfach einmal die Art der Vampire hier etwas anders dargestellt wird als in den meisten Fantasy-Romanen. Hier stellt die Autorin nämlich von vornherein darauf ab, dass die ersten Kyn (Vampire), nachdem sie von einem unbekannten Virus dahingerafft worden waren, aus ihren Gräbern entsprungen sind und seither unsterblich sind – allerdings einer Flüssigdiät und einer Abneigung gegen Kupfer frönen dürfen. Die Kyn selbst glauben, dass sie verflucht worden seien, weil sie sündig waren und deshalb auch keine anderen Kyn mehr schaffen können – jeder der gewandelt werden sollte, starb. Bis im ersten Band dann Dr. Alexandra Keller aufkreuzte, die seit 500 Jahren die erste war, die erfolgreich, wenn auch etwas anders, gewandelt worden war. Alexandra glaubt nicht an die Fluch-Version, sondern daran, dass die DNS der Kyn damals durch die Virusinfektion verändert wurde. Allerdings ist ihr nicht ganz klar wie das genau funktioniert und ob sie jemals ein Gegenmittel gegen diesen Virus findet wird. Allein deswegen, weil die Autorin einen Charakter mit in die Geschichte einfließen lässt, der dem Ursprung auf den Grund geht, ist die Darkyn-Reihe meiner Meinung nach keine standardisierte Vampir-Reihe. Da es sich bei der Geschichte der Darkyn – und auch wenn jedes Buch der Reihe die Geschichte eines anderen Darkyn erzählt – um eine Reihe handelt und jedes Buch auf seinen Vorgänger aufbaut, ist es eher nicht ratsam, da einem sonst das ein oder andere Detail verloren geht, einen Band auszulassen. Was an sich für jemanden, der nur an dem einen oder anderen Buch interessiert ist, einen klaren Nachteil zieht. 

Die Geschichte wird hier – anders wie im ersten Band – noch mehr aus den Blickwinkeln verschiedener Charaktere – nicht nur Haupt-, sondern auch Nebencharakteren - dargestellt, sodass die eigentliche Geschichte um Thierry und Jema – was mich persönlich nicht gestört hat – mehr Hinten angestellt wurde. Hier werden eher die Intrigen innerhalb der Darkyn und die Machenschaften der Bruderschaft mit aufgenommen. Was die Autorin allerdings wirklich gut hingekriegt hat, ist die Verbindung der einzelnen Charaktere und deren Beziehung zueinander. So stellt zum Beispiel bis zum Ende dieses Buches Luisa einen Verbindungspunkt dar, der allerdings dem Leser ziemlich deutlich erscheint, seine Bedeutung aber nach wie vor im Dunkeln liegt. Die Geschichte wird klar und deutlich durch die Autorin erzählt und es machte mir Spaß sie zu lesen, auch wenn ich sagen muss, dass ich an der einen oder anderen Stelle wirklich mal Schmunzeln musste, wie das Ganze eigentlich zusammenpasst – besonders zu anfangs.

Die einzelnen Charaktere empfand ich als gut durchdacht und umgesetzt – jeder hat mit seinen eigenen Problemen und Geheimnissen zu kämpfen. Mit jedem Einzelnen konnte man mitfühlen – und deren Beweggründe wirklich gut nachvollziehen sowie deren Handlungen.


Bewertung:

Kein standardisiertes Vampirbuch, was wirklich Spaß gemacht hat zu lesen und deren Charaktere stets ihre Last zu tragen haben – ob sie ihnen nun gefällt oder nicht. Allerdings muss ich zugeben, dass mir das gewisse Etwas (das ich nicht beschreiben kann), was dieses Buch unbeschreiblich gemacht hätte, gefehlt hat. 


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