[Review] Flinn, Alex - Beastly

Gebundene Ausgabe
Erschienen: 2010
Sprache: Deutsch
Verlag: Baumhaus
Seiten: 329
ISBN: 978-3-8339-3844-3
Preis: 12,99 €
Altersempfehlung: ab 12 Jahren






Über die Autorin:

Alex Flinn, geboren 1966 in New York, lernte bereits mit drei Jahren Lesen und wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. Sie absolvierte u.a. eine Schauspielschule und eine Gesangsausbildung und lebt heute als erfolgreiche Jugendbuch- und Bestsellerautorin in Miami, Florida, USA. 


Klapptext:

“Ich bin eine Bestie kein Wolf oder Bär, kein Gorilla oder Hund, sondern eine entsetzliche Kreatur mit aufrechtem Gang – ein Wesen mit Reisszähnen und Klauen. Ich b in ein Monster. Du glaubst wohl ich erzähle Märchen? Falsch. Ich lebe in New York. In der Gegenwart. Ich bin keine Missbildung, bin nicht krank. Aber ich werde für immer so bleiben, es sei denn, die Liebe kann den Fluch brechen…”

Die modernste Fassung von “Die Schöne und das Biest”. Ein New Yorker Teenager wird in ein abscheuliches Monster verwandelt, um die wahre Liebe zu finden. Dramatisch, spannend, herzergreifend!


Meinung:

Jeder kennt eigentlich die Geschichte von “Die Schöne und das Biest” – selbst wenn es sich dabei nur um die Disney-Variante handelt. Aber es ist eines der typischsten, traurigsten und schönsten Märchen in der Märchenwelt, die ich kenne. Ich bin als Kind mit einer Märchenbuch-Reihe aufgewachsen – und die Lese ich auch heute noch – “Märchen aus aller Welt”; darin tauchen die verschiedensten Varianten dieses Märchens auf und man fragt sich als fantasiereicher Leser sicher auch einmal, wie so eine moderne Variante dieses Märchens aussehen könnte. Mit “Beastly” erlaubt uns Alex Flinn einen Blick auf ihre Variante von “Die Schöne und das Biest”. 


Anders wie wir es aus den Märchen kennen wird die Geschichte nicht aus Sicht der jungen Frau geschildert, die sich freiwillig/unfreiwillig in die Hände des Biestes begeben muss, erzählt, sondern aus Sicht des Mannes, der zum Biest wird und seine Umwandlung erlebt.

Die Geschichte wird hier aus der Perspektive des Protagonisten Kyle, der sich später selbst in Adrian umbenennt, weil der Name besser zu ihm passt, erzählt. Er erzählt die Geschichte von Anfang an; was er für ein arrogantes Arschloch war, was für Freude es ihm bereitet hat auf die schwächeren und ärmeren Leute in seiner Umgebung herumzuhacken bis zu dem Moment als die Hexe den Fluch über ihn legt und er zu Anfangs einfach nur Wut, Hass und Verachtung empfindet, aber nicht sich selbst, sondern der Hexe gegenüber. Erst später begreift er, was für ein armer (nicht geldtechnisch, sondern menschlich) Mensch er doch war, beginnt sich selbst zu verachten, hassen und resigniert im Enddefekt - bis zum Moment des ersten Hoffnungsschimmers. 

Die Geschichte – auch wenn es hier eine moderne Variante ist – aus Sicht des Biestes mitzuerleben, mitzufühlen und darin unterzugehen, ist eine einmalig schöne Sache für mich als Leser und alter Märchenhase. ^^ Und daran, dass ich das Buch innerhalb von fünf Stunden gelesen habe, kann man ganz klar und deutlich ableiten, wie gut, schnell, fesselnd und verständlich die Geschichte durch die Autorin erzählt wird. 

Auch finde ich sind die hauptsächlichen Nebencharaktere, die sich insbesondere nur auf Linda, Will (Hauslehrer), Magda (Haushaltshilfe) und Kendra (Hexe) beschränken, alle sehr liebevoll und gut umgesetzt dargestellt. Selbst mit der Hexe konnte ich mitfühlen, warum und wieso sie den Fluch über Kyle gebracht hat. Ehrlich gesagt, würde mir so ein ekelhafter Typ über den Weg laufen und ich hätte die Möglichkeiten, die Kendra hat, hätte ich sie auch genutzt, um diesem verzogenen Bengel eine Lektion zu erteilen. Auch merkt man mit der Zeit immer mehr, dass Kendra Kyle nicht egal ist und sie versucht, ihn auf ihre Weise zu unterstützten, was ihr in meinen Augen sogar noch ein paar Pluspunkte mehr einbringt. Auch Will, der Hauslehrer, hat seine eigene Art mit der Situation umzugehen, denn er versucht Kyle zu unterstützten und ihn anzutreiben, einmal aus sich herauszukommen. Und Linda muss sich erst daran gewöhnen, jemanden um sich zu haben, der sich etwas aus ihr macht. Gerade dieser Mix verschiedener Charaktere und deren besonderen Eigenschaften hat dieser Geschichte ihre ganz eigene Magie verliehen. 

Sehr schön fand ich auch die Einbringung, dass Kyle es wirklich auf verschiedene Weisen versucht zu anfangs ein Mädchen kennenzulernen und nutzt dafür das ihm zur Verfügung stehende World Wide Web. Was ich übrigens in den Chatroom-Auszügen eine wirklich niedliche Idee fand. ^^

Für alle die Märchen lieben – und ganz besonders jene, die auch gern eine Neuerzählung lesen – ist “Beastly” mit Sicherheit ein Muss. 


Bewertung:

Eine wunderbar märchenhafte Neuerzählung eines klassischen Märchens, das einfach jedes Märchenliebhaberherz höher schlagen lässt. ;)

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