[Review] Cast, Kristin & P.C. - Erwählt (House of Night #3)

Gebundene Ausgabe (mit Schutzumschlag)
Erschienen: 2010
Verlag: FJB
Seiten: 409
ISBN: 978-3-8414-2003-9
Preis: 16,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 





 

Über die Autorinnen:

P.C. Cast und Kristin Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Sie leben beide in Oklahoma, USA. House of Night hat bereits über 10 Millionen Fans in den USA und erscheint in über 40 Ländern. Die Verfilmung ist in Vorbereitung. 


Klapptext:

Dunkle Mächte sind im House of Night am Werk und Zoeys Erlebnisse im Internat nehmen eine rätselhafte Wendung. Diejenigen, die sie für Freunde gehalten hat, scheinen jetzt ihre Feinde zu sein und sonderbarerweise erweisen sich ihre eingeschworenen Feinde plötzlich als Freunde. Stevie Rae, ihre beste Freundin, ist untot und versucht mit aller Macht, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren. Zoey hat keine Ahnung, wie sie ihr dabei helfen kann, aber sie weiß, dass alles, was sie und Stevie Rae herausfinden, vor den anderen im House of Night geheim gehalten werden muss. Denn es gibt keinen mehr, dem sie wirklich vertrauen können. Und dann werden auch noch tote Vampyre gefunden. Und zwar richtig tot! Aber Zoey und ihre Freunde finden heraus, dass nicht so ist wie es scheint… 


Hinweis: Der weitere Beitrag enthält möglicherweise Spoiler! 


Meinung:

… 
 
Okay… könnte mir mal bitte jemand freundlicherweise erklären, warum die House of Night-Reihe von P.C. Cast und Kristin Cast derart gehypt wird? Denn ich verstehe es absolut nicht. Ich habe mich bisher bis zum jetzt vorliegenden dritten Band zwar nicht wirklich durchkämpfen müssen, dennoch sind die Bücher bisher weder sprachlich, noch von den Charakteren her oder der Story selbst derart spannend und überwältigend, dass sich ein solcher Hype erklären würde. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht und frustriert, nicht nur über die Art der Erzählung, sondern auch über die eigentliche Story, die bedauerlicherweise viel zu einfach zu durchschauen und zu simpel gestrickt ist. 

Wie schon in den ersten beiden Bänden wird die Story aus der Perspektive von Zoey in der Ich-Form geschildert, was ja an sich kein Verbrechen ist, allerdings behalten sich die Autorinnen vor, sich einer gewöhnlichen, und für den Leser, der sprachlich etwas besseres gewöhnt ist, Jugendsprache, die auf Dauer ziemlich eintönig und nervig wirkt, zu bedienen. Auch kein Verbrechen, aber sehr gewöhnungsbedürftig und wie gesagt nervig. Eigentlich dachte ich immer lesen soll bilden und nicht verblöden? O___o

Die Charaktere sind allesamt ziemlich oberflächlich, unsympathisch und einfach gestrickt, genau wie die Geschichte selbst. Mit der Protagonistin selbst konnte ich in diesem Band noch weniger mitfühlen, als schon in den beiden Vorgängerbänden. Ich weiß nicht so recht, ob es an der Erzählweise oder an der Protagonistin selbst lag, dass ich mit dieser schon seit dem ersten Band nicht wirklich sympathisiert habe, aber jetzt nach dem dritten Band hab ich einfach nur noch Verachtung für diese übrig. Während man im ersten Band noch nachfühlen konnte, dass sie sich ins House of Night einleben musste und versehentlich ihren (Ex-)Freund (Mensch) Heath auf sich geprägt hat, was sie im zweiten Band in Schwierigkeiten gebracht, aber gezeigt hat, dass ihre beste Freundin Stevie Rae, deren “angeblichen” Tod sie im zweiten Band verkraften musste, nicht wirklich nur tot, sondern so ziemlich untot ist, konnte ich im dritten nur mit dem Kopfschütteln über so viel Dummheit. Nicht nur, dass sie nach wie vor eine Heath-Erik-Beziehung hat, nein sie hat sich im dritten Band auch endgültig dazu entschieden daraus eine Heath-Erik-Loren-Beziehung zu machen und nebenher noch dem ein oder anderen Vampyr hinterher zu sabbern. Mal ehrlich, wie flittchenhaft und dämlich ist denn sowas? 

Was die Story angeht, ist diese absolut nichts Besonderes, auch wenn ich die Idee, eine Welt zu kreieren, in der Vampyre leben und zukünftige Jungvampyre ”ausgespäht” und gezeichnet werden und danach dann ins House of Night (Internat für Jungvampyre) einziehen müssen, da sie die Umgebung von erwachsenen/vollständig gewandelten Vampyren brauchen, um zu überleben, interessant finde, ist die Umsetzung an sich meiner Meinung nach ziemlich katastrophal, schlecht durchdacht, langatmig, eintönig und langweilig. Denn selbst als Leser konnte man sich schon im ersten Band denken, dass Loren (Meisterpoet und Schleimer) und Neferet (Hohepriesterin der Vampyrgöttin Nyx) ihre eigenen Pläne schmieden und sogar teilweise unter einer Decke stecken. Es macht als Leser einfach keinen Spaß, zu wissen wer der Bösewicht ist, was er möglicherweise für Pläne hat und aus welchen Motiven.

Alles im Allem finde ich – wie gesagt – die Grundidee nicht schlecht, die Umsetzung der Story sowie die Gestaltung der einzelnen Charaktere sind allerdings einfach eine Katastrophe. Ich selbst kann niemandem nahe legen, sich diese Reihe – egal ob Vampyr-Fan oder nicht – anzutun, zumindest nicht nach diesem grausigen Band. 

Also, sollte ich nicht irgendwo lesen (oder empfohlen bekommen!!!), dass sich die Story noch steigert und die Reihe sich doch noch als lesenswert entpuppt, werde ich mir vielleicht überlegen die weiteren Bücher der Reihe zuzulegen bzw. zu lesen, ansonsten bleiben sie vorerst bei ihrem Verbannungsplatz neben der Vampirtagebücher-Reihe von L.J. Smith. 


Bewertung:

Die Grundidee ist gut, die Umsetzung katastrophal, die Sprache eintönig und nervig, die Charaktere oberflächlich und unsympathisch sowie die Handlung einfach zu leicht zu durchschauen ist, was dem Lesespaß deutlich einen Abbruch tut. Kurzum: Einfach kein Buch, was ich empfehlen kann. 

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