[Review] Chattam, Maxim - Im Reich der Königin (Alterra #2)

Gebundene Ausgabe (mit Schutzumschlag)
Sprache: Deutsch
Erschienen: 2010
Verlag: Pan
ISBN: 978-3-426-28306-6
Preis: 16,99 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren







Über den Autor:

Maxime Chattam wurde 1976 in Montigny-lès-Cormeilles geboren. Er studierte Literaturwissenschaft in Paris, war anschließend als Buchhändler tätig und begann nebenher zu schreiben. Seine Romane stehen regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Mit “Alterra: Die Gemeinschaft der Drei” eroberte Maxime Chattam sich auch in Deutschland eine große Fangemeinde. 


Klapptext:

Matt, Ambre und Tobias – die Gemeinschaft der Drei – haben auf einer Insel Zuflucht gefunden, wo sie von einer Gruppe Kinder aufgenommen wurden, die sich selbst “Pans” nennen. Doch nun nähert sich aus dem Norden ein bedrohliches Schattenwesen, das in Matts Träume und Gedanken eindringen kann, während aus dem Süden eine ganz andere Gefahr droht: Die schreckliche Königin Malronce schickt ihre Soldaten aus, um gnadenlos Jagd auf die Pans zu machen – und Matt in ihre Gewalt zu bringen. 

Um seine Freunde nicht zu gefährden, beschließt Matt, die Insel zu verlassen und einen Weg zu finden, in der Wildnis zu überleben. Doch das lassen seine besten Freunde Tobias und Ambre nicht zu: Sie werden mit ihm gehen, mit ihm kämpfen und allen Gefahren gemeinsam trotzen. Ihre Freundschaft, ihr Mut und ihr Zusammenhalt werden jedoch auf eine harte Probe gestellt. Denn auf ihrer Flucht geraten sie in den schier undurchdringlichen Blinden Wald. Überdimensionale Tiere und riesige Pflanzen versetzen das Trio in Angst und Schrecken. Dann tauchen ameisenartige Wesen auf, die in einer Festung in den Wipfeln der Bäume hausen und dort mit Luftschiffen navigieren. Wie aus dem Nichts werden Matt, Ambre und Tobias plötzlich in die Höhe katapultiert: Sie sind Gefangene… 


Hinweis: Der weitere Beitrag enthält möglicherweise Spoiler!


Inhalt:

Durch einen mysteriösen Sturm, der vor einigen Monaten über die Welt eingebrochen ist, hat sich die Pflanzen- und Tierwelt ihr Vorrecht erkämpft und die Menschheit somit in ihre Schranken gewiesen. Die Pflanzen- und Tierwelt hat sich derart stark verändert, dass die verbliebenen Menschen sozusagen von vorne anfangen müssen und sehen, wie sie mit ihrer neuen Situation zurechtkommen. Auffallend an dieser neuen Welt ist jedoch, dass nahezu alle verbliebenen Erwachsenen – von den Kindern Zyniks genannt – ihr Gedächtnis verloren haben und nicht mehr wissen, was vor dem Sturm gewesen ist, und zudem aus unerfindlichen Gründen Jagd auf die Kinder machen. Die Kinder hingegen haben allerdings ihr Gedächtnis behalten, nennen sich nun Pans (in Verbindung zu der Geschichte von Peter Pan), müssen sehen, wie sie in dieser neuen Welt zurechtkommen und sich gegen die Erwachsenen verteidigen. 

In genau dieser neuen und gefährlichen Welt lebt nun Matt, der sich nach einem Kampf gegen eine Gruppe Zyniks und die somit auf ihn eröffnete Jagd durch die Königin der Zyniks, Malronce, und einem Wesen namens Torvaderon, dazu entschlossen hat, sich auf die Reise zu begeben, um diesem fremdartigen und bösen Wesen zu entkommen und gleichzeitig mehr über die Suche nach ihm und die Hautjagd auf die Pans herauszufinden. Begleitet wird Matt auf dieser Reise von seinen beiden besten Freunden Tobias und Ambre – zusammen die Gemeinschaft der Drei. 

Ihre Reise führt die Freunde durch den gefährlichen und nahezu undurchdringlichen Blinden Wald, in dem sie von ein paar anderen, merkwürdig aussehenden Pans vor dem Torvaderon gerettet werden. Diese anderen Pans nennen sich selbst das Volk Gaias und werden von Matt, Tobias und Ambre aufgrund ihrer veränderten Haut- und Haarfarbe (alles etwas grünlich) Chloropanphylliker genannt. Diese erscheinen den drei Freunden allerdings ziemlich suspekt und versuchen etwas über diese Pan-Gemeinschaft herauszufinden, was allerdings dazu führt, dass sie fliehen müssen um zu überleben. Ihre Flucht endet kurz hinter dem Blinden Wald und somit direkt vor einer größeren Stadt – einer Zynik-Stadt. In dieser Stadt – so hoffen die drei – werden sie möglicherweise ein paar Antworten auf ihre Fragen erhalten, doch was sie erwartet und in welche Gefahr die Freunde geraten, erahnen sie allerdings nicht. Denn Matt – der seine Hündin Plusch im Blinden Wald verloren hat – entdeckt diese bei den Zyniks – in Gefangenschaft – und versucht diese zu retten, was ihm gründlich misslingt, denn nun ist er in der Gewalt der Zyniks und diese sind angewiesen, ihn auf schnellstem Wege zu ihrer Königin zu bringen. Durch Zufall kriegen Tobias und Ambre mit, dass Matt gefasst worden ist und versuchen diesen aus der Gewalt der Zyniks zu befreien. Doch schnell wird den beiden klar, dass das ohne Hilfe nicht möglich ist und gehen deswegen auf ein Geschäft mit dem sogenannten Unschuldstrinker ein. Werden die beiden mit Hilfe des Unschuldstrinkers Matt befreien können? Was hat es mit dieser mysteriösen Hautjagd auf sich und warum will die Königin der Zyniks unbedingt Matt haben? 


Meinung:

Der zweite Band der Alterra-Reihe ist ja nun schon einige Zeit lang im Handel erhältlich und ich war auch schon sehr gespannt darauf, bin aber durch einige andere Dinge (Krankenhausaufenthalt etc.) und Bücher davon abgehalten worden, dieses wahnsinnig tolle und spannende Buch zu lesen. Es ist ein wirklich tolles dystopisches Werk mit Fantasy-Elementen, die nicht besser hätten vom Autor genutzt werden können.
 
In der Alterra-Reihe macht der Autor auf eindringlichste Art und Weise auf die Defizite und Unachtsamkeit der Menschen zur Natur aufmerksam und, dass wir ihre Hilfeschreie in Form von Naturkatastrophen etc. ignorieren und deswegen muss sich die Menschheit ihr Recht auf Existenz wieder verdienen, indem sie lernt, die Natur zu achten. 

Maxime Chattem hat eine zu anfangs doch ziemlich ungewöhnliche Art und Weise diese Geschichte von Matt und seinen Freunden zu erzählen und ich muss zugeben, dass ich seinerzeit im ersten Band wirklich absolut meine Probleme hatte in die Geschichte einzusteigen, was mir im zweiten Band allerdings nicht mehr passiert ist, da ich ja bereits seinen Erzählstil vom ersten Band kannte. Aber im Gegenzug zum ersten Band schildert hier der Autor die Geschichte nicht mehr größtenteils nur aus Matts Blickwinkel, nein, er erweitert die komplette Blickwelt auf Tobias, Ambre und auch einige andere Nebencharaktere. Das hat mich nicht gestört, aber war – wenn man so etwas als Leser nicht gewohnt ist – doch recht verstörend. Gestört hat mich allerdings regelmäßig die Beschreibung der drei Freunde als eine Person in Form von “die Gemeinschaft der Drei hat…”. Diese Umschreibung hat mich schon sehr gestört, denn es wurde meines Erachtens darauf abgestellt, dass die drei eine Person sind und nicht drei unterschiedliche Individuen. 

Alles in allem sticht die Geschichte der drei Freunde aber aus der breiten Masse der Fantasy-Romane heraus und beschreibt ein unglaubliches und faszinierendes Bild über die mögliche, nahende Zukunft der Menschheit, die erschreckender nicht sein könnte. 

Die Charaktere sind nahezu – solange es sich um Pans handelt – sympathisch, gut ausgearbeitet und klar strukturiert, denn jeder hat seine eigene Besonderheit und geht nicht – wie meistens bei den Erwachsenen – in der breiten Masse unter – jeder ist er selbst und hofft es auch zu bleiben. 

Thematisiert werden neben den für die Alterra-Reihe typischen gesellschaftskritischen Anmerkungen (der Mensch hat zu wenig Respekt vor der Natur und provoziert quasi sein eigenes Ableben, indem er diese nicht zu schätzen weiß) auch ein typisches Thema für Jugendliche – das Erwachsenwerden und somit die beginnende Sexualität. Auf erschreckende Art und Weise macht Maxime Chattam hier darauf aufmerksam, dass wir, wenn wir älter werden unseren besonderen Blick für Dinge – den wir als Kinder dank unserer Fantasie haben – verlieren und somit nur noch egoistisch und auf unser eigenes Wohl bedacht sind. 

Auch der zweite Band der Reihe ist wirklich gut und zieht einen magisch in seinen Band, allerdings hat mir die Personifizierung der Drei als eine Person wirklich zu schaffen gemacht und empfand es als einen kleinen, aber nicht allzu bedeutenden, Abbruch beim Lesen. Hierzu kann ich allerdings gleich einmal anmerken, dass hier nicht alle Fragen, die schon seit Ende des ersten Bandes, wie das Geheimnis um Matt und den Torvaderon, gelüftet werden, sondern wohl bis zum dritten und letzten Band der Reihe auf sich warten lassen, was mich natürlich und absolut scharf auf besagten Band macht, der wohl im Herbst 2011 im Pan-Verlag erscheinen wird. 


Bewertung:

Ein mit Fantasy-Elementen bestücktes dystopisches Werk und zudem ein gelungener zweiter Band, der für alle Leser der Alterra-Reihe ein absolutes Muss ist, allerdings für diejenigen, die den ersten Band nicht gelesen haben, wohl etwas verwirrend und undurchsichtig erscheinen dürfte, da hier teilweise Figuren, von denen man gedacht hat, man sieht sie nicht wieder, wieder auftauchen. Kurzum: Wem der erste Band gefallen hat, darf sich den zweiten auf keinen Fall durch die Lappen gehen lassen! 

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