[Review] Gunschera, Andera - Engelsjagd (City of Angels #2)

Taschenbuch
Erschienen: 2010
Sprache: Deutsch
Seiten: 475
Verlag: Sieben Verlag
ISBN: 978-3-941547-05-6
Preis: 14,90 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 





 

Über die Autorin:

Andrea Gunschera, geboren in Deutschland, studierte Industriedesign und arbeitete viele Jahre in der Computergrafikindustrie. Ihr Thriller-Debüt “Das dunkle Fenster” erschien 2008 im Sieben Verlag. “City of Angels 01: Engelsbrut” war ihr erster Fantasy-Romance-Roman und erschien 2009 im Sieben Verlag. 

Die Autorin lebt und arbeitet in Los Angeles. 


Klapptext:

Violet Bardos Privatdetektei läuft nicht besonders gut. Als dann auch noch ihre verwöhnte Schwester Emily verschwindet, macht sie sich auf die Suche – und stolpert in eine ausgewachsene Verschwörung. Die Spuren führen zu einer mysteriösen Firma, die mit der Schöpfung selbst experimentiert, sowie zu einer apokalyptischen Sekte, auf der Jagd nach Asâêl, dem gefallen Engel, der wieder auf Erden wandelt. 

Gabriel Eysmont ist ein Schattenläufer, geboren aus der Blutlinie eines Engels. Jahrhunderte lang kämpfte er als Söldner auf den Schlachtfeldern Europas. Doch in den Pestnächten des Jahres 1712 lud er eine entsetzliche Schuld auf sich und zog sich in die Einsamkeit zurück. 
 
Als Violet und Gabriel einander begegnen, fühlen sie sich unwiderstehlich voneinander angezogen und verlieren sich in einer rauschhaften Nacht. Am nächsten Morgen ist jedoch nichts wie es scheint und sie stehen vor der größten Herausforderung ihres Lebens: Einander vertrauen zu müssen, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen. 

 

Inhalt:

Violet Bardo führt eine kleine, nicht gerade gut laufende Privatdetektei seit sie vor einigen Jahren bei der DEA des LAPD wegen eines Skandals herausgeflogen ist. Mr.-Hähnchen-mit-Knoblauch-Atem, ihren letzten Kunden, hat sie vor die Tür gesetzt, als dieser ihr unterstellt hatte, ihren letzten Job nicht richtig ausgeführt zu haben und zudem auch noch auf ihrer Vergangenheit bei der DEA herumgeritten ist. Kurz darauf erhält sie mehrere Anrufe ihrer Mutter, die verzweifelt nach Emily, Violets kleiner Schwester, sucht und sich Sorgen um diese Macht, weil sie seit Wochen nix von ihr gehört hat. Kurz entschlossen und mit einem schlechten Gewissen, weil sie nie ein sehr inniges Verhältnis zu ihrer Schwester hatte, entschließt sie sich, nach ihr zu suchen. 

Bei ihrer Spurensuche stößt sie auf eine Sekte, die sich Etherlight-Kirche nennt und das Ende der Welt predigt. Angeblich soll ihre Schwester Verbindungen zu dieser Sekte haben. Kurz entschlossen bricht sie in eines der Häuser der Etherlight-Sekte ein, um mehr darüber zu erfahren und ob ihre Schwester hier war. Hierbei stößt sie zwar nicht auf Emily, aber auf Gabriel, der von den Etherlight-Typen gefangen gehalten, gefoltert und mittels ziemlich schwerer Ketten an ein Abflussrohr gebunden worden ist. Spontanerweise entscheidet sie sich dazu den ihr bis dato unbekannten Mann zu befreien und mit ihm zu fliehen. Wie sich herausstellt, wurde er aus bestimmten Gründen von diesen Wahnsinnigen gefangen gehalten und aus seinem Haus in der einsamen Wüste herausgelockt. 
 
Als die beiden bei Gabriel eintreffen, sind sie beide ziemlich fertig, reden kaum miteinander, fallen buchstäblich, aufgrund der Anziehungskraft, die beidseitig zu wirken scheint, übereinander her. Nach dieser wirklich heißen Nacht kommen die beiden auf die Gründe zu sprechen, die sie jeweils auf diese Sektentypen aufmerksam gemacht haben zu sprechen. Dabei stellt sich heraus, dass Violets Schwester Emily Gabriel in die Falle gelockt hat und Violet gerade diese sucht. Wutentbrannt schmeißt Gabriel Violet vor die Tür und macht sich auf den Weg zu seinem Vater, um diesen vor Carl (böser Sektenguru) und seinen Leuten zu warnen. Doch wie sich herausstellt, kommt er zu spät, denn sein Vater ist schon längst entführt worden.
 
Währenddessen ermittelt Violet weiter in eigener Sache und stößt neben den Etherlight-Typen auch noch auf ein Pharmaunternehmen, mit dem ihre Schwester angeblich auch zu tun hat, da diese angeblich an Leukämie leiden soll. Doch alles an dieser Sekte und dem Pharmaunternehmen wirkt auf sie total suspekt, zumal einige der Testprobanten des Krebsmedikamentes Sangrin spurlos verschwunden sind. Auf ihrer Suche nach weiteren verschwunden Testprobanten stößt sie auf Marve, einen jungen Mann, der ebenfalls dieses besagte Krebswundermittel geschluckt hat, allerdings mit weitreichenden Folgen: sein Körper hat begonnen sich zu verändern, zu mutieren. Nach dieser erschreckenden Erkenntnis drängt die Zeit immer mehr und Violet spürt, dass sie schnellstens ihre Schwester finden muss. Kann Violet Emily finden, bevor derartige Mutationen bei ihr einsetzen oder ist es dafür schon zu spät? Hat Emily wirklich Leukämie? Was hat es mit diesem Pharmaunternehmen auf sich? Wird sie Gabriel jemals wiedersehen? 

 

Meinung:

Durch ihren ungewöhnlich nüchternen, klaren und zugleich emotionalen Erzählstil, der mich als Leser wirklich in seinen Bann gezogen hat, hat es Andrea Gunschera erneut geschafft, dass ich total hin und weg vom zweiten Band der City of Angels-Reihe “Engelsjagd” bin. Gerade die Verbindung von Fantasy-Elementen mit Krimi-Elementen ist ihr wieder einmal hervorragend gelungen. 
 
Es gibt ja nun schon mehrere Bücher von verschiedenen Autoren, die Fantasy und Krimi miteinander verbinden, aber bisher ist mir wirklich kaum ein Autor bzw. eine Autorin über den Weg gelaufen, dem/der es wirklich so gut miteinander verbinden konnte – gerade in Bezug auf eine miteinbezogene Liebesgeschichte. 

Vordergründig ist und bleibt in der Geschichte, dass die Protagonisten jeweils versuchen, ihre eigenen Probleme zu bewältigen und sich dabei wirklich auf die Suche begeben und nicht einfach nacheinander ständig in die passenden Situationen stolpern – was die ganze Geschichte realistischer erscheinen lässt und dem Leser nicht das Gefühl vermittelt, dass die beiden einfach nur scharf aufeinander sind und der Rest nebenbei passiert. Genau das ist der Punkt, den ich bei dieser Autorin wirklich auch schon im ersten Band bemerkt habe und einfach mal hervorheben muss. Die Liebesgeschichte läuft mehr im Hintergrund – trotz der ein oder anderen interessanten und lustigen Szene zwischen den Protagonisten – und wird auch nicht derart totgetreten, dass man jetzt das Gefühl bekommt, da sei nix. Nein, denn im wahren Leben läuft das mit den Beziehungen auch nicht so perfekt ab. Die beiden haben von Anfang an ein Problem miteinander, womit sie hantieren müssen, und gleichzeitig müssen die beiden erst einmal ihre eigenen Probleme auf die Reihe kriegen, was auch der Fall ist. 
 
Die Protagonisten sind – wie man ja unschwer erkennen kann – Violet und Gabriel, aus deren Perspektive aber allein die Geschichte nicht erzählt wird. Auch wird einige Male ein Abschnitt aus Sicht von Emily oder des gefallenen Engels, der seit dem ersten Band wieder auf Erden wandelt, selbst erzählt. 
 
Auch kann ich eigentlich als positiv anmerken, dass man den zweiten Band wohl auch lesen kann, ohne den ersten überhaupt gelesen zu haben. Obwohl ich – frech wie ich bin – gleich mal sagen möchte, dass der erste Band ebenso schön und spannend wie der zweite ist und ich ihn – genauso wie den zweiten – einfach nur empfehlen kann. 
 
Wer also noch keine Idee hat, was er zu Weihnachten haben möchte bzw. an einen Lesehungrigen verschenken kann, dem sei wärmsten die City of Angels-Reihe von Andrea Gunschera ans Herz gelegt. 
 
Neben der wirklich spannenden und tollen Geschichte, die beide Bücher in sich haben, muss ich einmal anmerken, dass der Sieben Verlag in Bezug auf die Covergestaltung wirklich ganze Arbeit geleistet hat. Ich finde beide Cover sehr schön anzusehen und diese stehen auch in Verbindung zu der Geschichte. Und ja die Motte des ersten Bandes hat eine Bedeutung, genauso wie die Libelle des zweiten. 

 

Bewertung:

Wer Krimi- und Fantasybücher mag, ist mit der City of Angels-Reihe mehr als nur gut bedient. Ich persönlich finde, dass sie ein absolutes Muss ist – denn die Geschichte ist nicht so einfach zu durchschauen wie man eigentlich denkt und selbst ich war doch ziemlich überrascht, was sich am Ende als erwiesene Tatsache herausgestellt hat. 


Falls ihr jetzt neugierig darauf seid, wie der erste Band ausschaut und welche Geschichte sich dahinter verbirgt, hier ein kurzer Ein-/Ausblick: 
 

City of Angels 01: Engelsbrut von Andrea Gunschera

Eine Mordserie erschüttert Los Angeles. Jede Nacht sterben zwei Obdachlose in den Straßen von Downtown. Der Mörder geht mit außergewöhnlicher Brutalität zu Werk.
Die Reporterin Eve Hess kreuzt bei ihren Ermittlungen die Fährte zweier Männer, die beide nicht menschlich zu sein scheinen. Da ist Kain, ein Killer, so schön wie skrupellos, getrieben vom brennenden Wunsch nach Rache. Und Alan, der mehr ist als der erfolgreiche Maler, der Szenen aus den Ghettos von L.A. auf seine Leinwände bannt.
Der eine hat den Auftrag sie zu töten, den anderen liebt sie gegen jede Vernunft. Bald muss sie sich fragen, wem sie noch trauen kann. Doch ganz gleich wie die Würfel fallen, dies können sie nicht aufhalten: Die Wiedergeburt eines gefallenen Engels

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