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[Review] Verday, Jessica - The Hollow

Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Hollow
Erschienen: 2010
Seiten: 431
Verlag: Arena
ISBN: 978-3-401-06495-6
Preis: 15,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 





Über die Autorin:

Jessica Verday hat den ersten Entwurf für “The Hollow” per Hand geschrieben – und dabei dreizehn Notizbücher und fünfzehn schwarze Stifte verbraucht. Die 26-jähirge Autorin ist gerade dabei, ihren zweiten Roman zu verfassen – handschriftlich natürlich. 


Klapptext:

Es hieß, sie hätte Selbstmord begangen.
Jeder sagte das.

Was als Gerücht begann und von diskreten Menschen in kleinen Gruppen flüsternd angedeutet wurde, wuchs sich rasch zu etwas aus, das von weniger diskreten Menschen in großen Gruppen offen diskutiert wurde. Ich hatte es so satt, ihnen zuzuhören. 
 
Sie fragten mich aus. Immer und immer wieder, um herauszufinden, ob ich wusste, was geschehen war. Aber meine Antworten blieben dieselben. Trotzdem versuchten sie es immer wieder aufs Neue, als ob sie erwarteten, dass meine Antworten sich eines Tages plötzlich ändern würden. 
 
Dabei wusste ich wirklich nichts, aber ich hätte es wissen müssen…
und seitdem verfolgt es mich.


Meinung:

Der erste Gedanke, der mich traf, als ich mit “The Hollow” von Jessica Verday begann, war, dass es sich hierbei eher um eine Hommage handelt. Eine Hommage an die Stadt Sleepy Hollow und den Autor Washington Irving, der diese mit seinem Buch “Die Legende von Sleepy Hollow” berühmt gemacht hat. Dieser erste Eindruck ist auch beim Weiterlesen nicht verschwunden. 


Ständig hatte ich eher den Eindruck, die Autorin möchte eher die Stadt Sleepy Hollow und den Autor Irivng huldigen, als die Geschichte von Abbey und Caspian zu erzählen. Viel zu zäh wurde die Geschichte angegangen, sodass eine recht depressive Stimmung der Story den zähen und schwerfälligen Erzählstil der Autorin negativ unterstrichen hat. 

Auch war mir Abbey nicht sonderlich sympathisch; sie wirkte durchweg depressiv und zeitweise auch selbstzerstörerisch. Ihre Naivität und ihr uneingeschränkter Glauben ihrer Freundschaft zu ihrer Freundin Kristen – trotz deren Tod – verstärken das Gefühl, dass Abbey kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch steht und nur durch das Auftauchen von Caspian hinausgezögert wird. 
 
Zu anfangs habe ich auch fast noch daran geglaubt, dass Abbey sich als Charakter noch steigert und sich nicht in Passivität ertränkt, aber dies war leider eine Fehleinschätzung meinerseits. Abbey begibt sich ganz freiwillig in die Passivität, trotz ihrer Ankündigung, mehr über den “Unfall” von Kristen erfahren zu wollen. Nie unternimmt Abbey etwas direkt, ständig fällt ihr alles vor die Füße und die nicht vorhandene Trauerbewältigung verstärkt die depressive Stimmung zusätzlich. Sie redet auch nie über ihren Verlust und frisst alles in sich hinein und glaubt allein damit fertig werden zu können. Dass ihre Albträume und ihre Schlaflosigkeit vielleicht damit zusammenhängen können, dass sie ihre Trauer nicht verarbeiten möchte, auf diese Idee kommt weder sie noch ihre Eltern. Genau wie Abbey sind sie eher passiv und sehen dem Zusammenbruch ihrer einzigen Tochter seelenruhig entgegen. Was ich allein schon ziemlich erschreckend finde. Möchte man als Elternteil – selbst wenn man es erzwingen müsste – nicht dafür Sorge tragen, dass das einzige Kind wieder zu leben beginnt, statt sich in die Vergangenheit flüchtet und sich in seinem Schmerz suhlt? Aber nein, das tun Abbeys Eltern natürlich nicht, sie lassen sie tun, was auch immer sie tun will. Denn das Abbey sich in sich selbst zurückzieht und sozial überhaupt keine Anknüpfungspunkte zu haben scheint, scheint ihren Eltern ziemlich egal zu sein. 
 
Wie ihr euch sicherlich denken könnt, bin ich vom Charaktersetting und von der Umsetzung der Story alles andere als begeistert. Natürlich hat die Geschichte Potential und statt ihre Erzählung auf die eigentliche Geschichte zu lenken, huldigt sie der Stadt und ihrem berühmtesten Autor – und anscheinend auch eher dem Friedhof, denn dort ist Abbey schon fast zu Hause. Auch die Charaktere wirkten durchweg blass und leblos. Bei Abbey wurde hauptsächlich auf Depressivität und Selbstzerstörung gesetzt, die man schon glatt als Wahnsinn abkanzeln könnte – also wirklich keine sehr sympathische Protagonistin, der ich anfangs wirklich zugestanden hätte sich in eine starke und aktive – und weniger depressive – Protagonistin entwickeln zu können. Doch leider Fehlanzeige. 
 
Es dürfte euch sicherlich auch aufgefallen sein, dass ich auf eine Inhaltsangabe verzichtet habe. Dies liegt darin begründet, dass in der Geschichte nix Spannendes passiert. Es gibt keine Spannungshöhepunkte und die Szenen zwischen Abbey und Caspian, die recht rar gesät sind, sind auch nicht wirklich der Knaller. Man erlebt Abbey stets wechselnd zwischen Schule, zu Hause und ihre regelmäßigen – nahezu schon täglichen – Besuchen auf dem Friedhof. 
 
Auch wird die depressive Stimmung von Abbey dadurch unterstrichen, dass sich die Autorin dazu entschlossen hat, die Geschichte einzig und allein aus Abbeys Perspektive – und das auch in der Ich-Form – zu erzählen. Auch dies hat mich als Leser der Protagonistin leider kein Stück näher gebracht, sondern nur meine Antipathie ihr gegenüber verstärkt. 
 
Und zum Schluss bleibt mir nur zu erwähnen, wie hässlich ich das Cover der deutschen Ausgabe finde. Die Covergestaltung der Originalausgabe sieht nicht nur besser aus, sondern passt auch zu der Geschichte – was ich vom deutschen allerdings nicht behaupten kann. 

 

Bewertung:

Eine zähe und schwerfällige Geschichte, ohne Spannungshöhepunkte und mit einer Protagonistin, die mich mit ihrer Passivität, Depressivität und fast schon selbstzerstörerischen Art abgeschreckt hat. Eine Geschichte eindeutig mit Potential, aber leider keine sehr gelungene Umsetzung. 


Infos zur Reihe:
  1. The Hollow (bereits erschienen)
  2. The Haunted (bereits erschienen)
  3. The Hidden (erscheint in originalsprachlicher Ausgabe am 01.09.2011)

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