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[Review] Viehl, Lynn - Dunkle Erinnerung (Darkyn #3)

Taschenbuch
Originaltitel: Dark Need
Erschienen: 2011
Sprache: Deutsch
Seiten: 387
ISBN: 978-3-8025-8267-7
Preis: 9,95 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 





 

Über die Autorin:

Die amerikanische Autorin Lynn Viehl wurde 1961 geboren. Unter Pseudonym hat sie bereits zahlreiche erfolgreiche Liebesromane geschrieben. Die Darkyn-Serie ist ihr erster Ausflug in die Romantic-Fantasy, mit dem sie sogleich auf die USA-TODAY- und die Spiegel-Bestsellerliste gelangte. Gegenwärtig lebt sie mit ihrer Familie in Florida.


Klapptext:

Seit sie vor Jahren angeschossen wurde, wird die Mordkommissarin Samantha Brown von Albträumen geplagt. Dennoch ist ihr Beruf ihr ganzer Lebensinhalt. Als sie die Ermittlungen in einem mysteriösen Mordfall aufnimmt, trifft sie auf den geheimnisvollen Nachtclubbesitzer Lucan. Dieser gilt als einer der Hauptverdächtigen, denn am Tatort wurde ein mittelalterliches Kreuz gefunden, in das sein Name eingraviert ist. Doch Samantha muss feststellen, dass Lucans düsterer Charme sie nicht kalt lässt. Er weckt ein tiefes Verlangen in ihr, das sie noch niemals zuvor empfunden hat. Was Samantha nicht ahnt: Der geheimnisvolle Mann ist ein Vampir, einer der Darkyn, die unerkannt unter den Menschen leben. Einst war er der Auftragsmörder des Darkyn-Königs, gnadenlos und von allen gefürchtet – eine verlorene Seele, so glauben selbst seine eigenen Leute. Lucan vermeint, in der hübschen Kommissarin die Reinkarnation seiner ersten großen Liebe zu erkennen und ist fest entschlossen, sie zu der Seinen zu machen. Aber damit zieht er sie in die dunkle und gefährliche Welt der Darkyn hinein und bringt Samantha in große Gefahr… 


Inhalt:

Als eine Leiche am Strand direkt vor einem Nachtclub auf einer Parkbank aufgefunden wird, werden die Polizistin Samantha Brown und ihr Partner zum Tatort gerufen. Dort angekommen müssen die beiden feststellen, dass es sich bei der Leiche um eine junge Frau handelt, die anscheinend ertrunken ist und ein merkwürdiges Kreuz bei sich trägt auf dem der Name Lucan eingraviert ist. Bei ihren Ermittlungen in dem Mordfall stößt sie auf einen Nachtclubbesitzer, der ebenfalls Lucan heißt und eine merkwürdige Anziehungskraft auf sie auszuüben scheint, und ihn als Hauptverdächtigen in ihren Ermittlungen erscheinen lässt. 

Als Samantha Brown Lucan zum ersten Mal gegenübersteht, kann er einfach nicht glauben, wie sehr sie äußerlich seiner ersten großen Liebe Frances ähnelt. Zudem reagiert Sam auf l’attrait nicht sonderlich, sondern bleibt standhaft und ergibt sich nicht seinem verführerischen Duft. Aber noch schlimmer an der verzwickten Situation ist, dass Sam eine Polizistin ist, die in einem Mordfall gegen ihn zu ermitteln scheint, da die junge Frau, die vor seinem Nachtclub tot aufgefunden wurde, seine Ex-Geliebte war. Doch trotz seiner Bedenken fühlt er sich zu ihr hingezogen und möchte sie beschützen. Zumal sie anscheinend nach jedem Mord, der das kleinste Anzeichen dafür aufzeigt, dass er darin involviert sein könnte, vor seiner Tür steht. 
 
Sam ahnt, dass die Morde etwas mit Lucan zu tun haben müssen, selbst wenn – und daran glaubt sie nicht wirklich – er sie nicht begangen hat, denn trotz seiner Unschuldsbeteuerungen bleibt sie skeptisch. Als dann eines Abends vor dem Nachtclub ein merkwürdiges Wesen auftaucht, was aussieht wie eine Mischung aus Mensch und Schlange, und einige Sicherheitsleute von Lucans Nachtclub niedermetzelt, versucht sie trotz allem ihren Hauptverdächtigen zu beschützen. Nachdem das schreckliche Szenario vorbei ist und Lucans Leute hinter dem Wesen herjagen, erzählt Lucan ihr etwas Unfassbares: er ist ein Vampir. Wahrscheinlich vom Schock geschlagen und von ihrer Anziehung überwältig, verbringt Sam die Nacht mit Lucan, der sie danach allerdings nach Hause bringen lässt, weil er sie nicht mehr in seiner Nähe haben möchte. Doch als Sam versucht mit Lucan darüber zu reden, und auch über ihre Ermittlungen, beißt sie auf Granit, denn niemand will ihr Zugang zum Club gewähren. Wütend über Lucans Reaktion, bricht sie in seinen Club ein und entdeckt in einem der Privatzimmer am Bett gefesselt eine halbnackte Frau. Diese bittet sie alles Menschenmögliche daran setzen möchte, ihren Geliebten zu retten, da sie fürchtet, dass Lucan ihn töten möchte. Doch bevor Sam die Frau befreien kann, ist Lucan auch schon im Zimmer und wirft sie aus seinem Refugium. Doch sie ist stur, gibt nicht auf und versucht den Mann der Gefangenen ausfindig zu machen. Doch anscheinend scheint es schon zu spät zu sein, denn der Showdown hat schon begonnen und Lucan steht im Mittelpunkt der großen Bühne vor ausverkauften Haus… und hinter ihm an einem großen Kreuz gefesselt in einem weißen Kleid die Frau, die Sam retten wollte. 
 
Was hat Lucan vor? Wer begeht die Morde? Wer ist interessiert daran, Lucan die Schuld für die Morde in die Schuhe zu schieben? Warum verleugnet er seine Gefühle für Sam? Und was hat er mit der gefesselten Frau vor und das auch noch vor Publikum? Warum hält er sie gefangen? 

 

Meinung:

Die Darkyn-Reihe von Lynn Viehl hat eindeutig meine Sympathie darin gewonnen, dass sie so ungewöhnlich ist und die darin vorkommenden Vampire nicht so standardisiert sind, wie man sie aus anderen Büchern bereits kennt. Die Autorin erschafft hier ihre ganz eigenen Vampire und gleichzeitig sorgt sie dafür, dass jemand stets darauf bedacht ist, hinter das Rätsel der genetischen Veränderung der Darkyn zu kommen. Mit Alexandra Keller, der Protagonistin aus dem ersten Band, hat sie damit eine ideale Figur gefunden, die gleichzeitig auch sympathisch und lebensnah wirkt. 
 
Auch im hier vorliegenden dritten Band tauchen wieder einmal sympathische Charaktere auf, die allerdings durch die von der Autorin gewählte Erzählform nicht einmal im Ansatz richtig zur Geltung kommen und eher oberflächlich und hintergründig wirken, was insbesondere für die eigentlichen Protagonisten dieses Buches gilt. 

Im Hauptsächlichen sollte hier die Geschichte von Sam und Lucan erzählt werden, die allerdings komplett in den Hintergrund rügt, da die Autorin hier mehr Wert darauf zu legen scheint, dass jeder bisher aufgetretene Charakter einen Teil seiner eigenen Geschichte erzählen mag. So werden hier schon wieder eher Alexandra und Michael zentralisiert, die ja bereits im ersten Band ihre Geschichte hatten. Dadurch wirken die Szenerien und die Entwicklung einer Bindung zwischen Sam und Lucan eher realitätsfern und kaum nachvollziehbar. Zwischen den beiden gibt es keine Szene, in der ich klar und deutlich sagen könnte, dass hier die Funken sprühen. Auch wird hier mehr die Geschichte von John Keller, dem Bruder von Alexandra mit eingebracht, was zwar das Spektrum der Handlungsstränge erweitert, aber dafür die eigentliche Geschichte in den Hintergrund drängt und es für den Leser auch zeitweise unübersichtlicher macht, der Handlung zu folgen, da hier stets und ständig von einer Szene zur nächsten gesprungen wird. Beispielsweise verfolgt man in einen Moment das Geschehen aus Lucans Perspektive und im nächsten erlebt man John im Kloster und dann wiederum kommt es zum Auftritt des eigentlichen Mörders, wie er sein nächstes “Opfer” anvisiert. Diese ständigen Wechsel wirken unüberschaubar und schlecht umgesetzt. 
 
Die eigentliche Idee, Lucan, dem persönlichen Scharfrichter des Darkyn-Highlords, seine eigene Geschichte zu geben, trifft voll und ganz meine Zustimmung, allerdings ist die Autorin meiner Ansicht nach damit vollkommen gescheitert. Die Geschichte hätte viel mehr Potential, wenn die Autorin sich hier mehr darum bemüht hätte, die Geschichte um ihren eigentlichen Protagonisten besser auszubauen und nicht nur im Hintergrund rumdümpeln zu lassen. Die Geschichte von Lucan wirkt schwach und zweidimensional. Während des gesamten Lesens ist es mir leider nicht gelungen, einen Zugang zu der Geschichte und ihren Charakteren zu finden. 
 
Während ich noch in den ersten beiden Bänden einen Zugang zu den Charakteren – insbesondere deren jeweiliger Protagonisten – finden konnte, war mir dies hier leider nicht möglich. Die Charaktere wirkten durchweg oberflächlich, zweidimensional und geisterhaft. Geisterhaft und zweidimensional trifft allerdings auch auf die Geschichte selbst zu. 
 
Während man zwar bei allen möglichen Charakteren miterlebt, was diese erleben, gehen hier die Ermittlungen nach dem eigentlichen Mörder komplett unter. Was ich so bisher aus den Vorgängerbänden nicht kannte. Da wurde mehr auf das eigentliche Protagonistenpaar und die überschaubare Wiedergabe der Handlung geachtet, was hier allerdings überhaupt nicht der Fall war. 
 
An “Dunkle Erinnerung” von Lynn Viehl hatte ich große Erwartungen gerichtet, die nicht einmal im Ansatz erfüllt wurden. 

 

Bewertung:

Ein enttäuschender dritter Band, der nicht einmal im geringsten an die Qualität seiner Vorgänger heranreicht. 


Infos zur Reihe:
  1. Versuchung des Zwielichts (bereits erschienen)
  2. Im Bann der Träume (bereits erschienen)
  3. Dunkle Erinnerung (bereits erschienen)
  4. Blindes Verlangen (erscheint im August 2011)

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