[Review] Quinn, Julia - Just Like Heaven (The Smythe-Smith Quartet #1)

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Taschenbuch
Erschienen: 2011
Sprache: Englisch
Originaltitel: –
Seiten: 374
Verlag: Avon
ISBN: 978-0-06-149190-0
Preis: ca. 7,90 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 






Über die Autorin:

Julia Quinn startet writing her first book one month after finishing college and has been tapping away at her keyboard ever since. 

The New Times bestselling author of twenty-one novels for Avon Books, she is a graduate of Harvard and Radcliffe Colleges and lives with her family in the Pacific Northwest. 


Klapptext (Buchrückseite):

Honoria Smythe-Smith is:
A) a really bad violinist
B) still miffed at being nicknamed ”Bug” as a child
C) NOT in love with her older brother’s best friend
D) all of the above

Marcus Holroyd is:
A) The Earl of Chatteris
B) regrettably prone to sprained ankles
C) NOT in love with his best friend’s younger sister
D) all of the above

Together they:
A) eat quite a bit of chocolate cake
B) survive a deadly fever AND the world’s worst musical performance
C) fall quite desperately in love 

It’s Julia Quinn at her best, so you KNOW the answer is… 

D) all of the above 


Meinung:

Manchmal ist es gar nicht so einfach, zu einem Historical eine Bewertung zu schreiben – unabhängig davon, ob einem die Story gefallen hat oder nicht. Mir persönlich hat “Just Like Heaven” von Julia Quinn ausgesprochen gut gefallen, dennoch waren die ersten Versuche, hierzu eine Bewertung zu schreiben, eine absolute Katastrophe. Es ist ja nicht so, dass mir hierzu nichts einfällt, was ich hätte schreiben können, ganz im Gegenteil. Ich hätte meiner persönlichen Meinung nach nur einfach viel zu viel erzählt, und DAS hätte einigen von euch dann sicherlich die Lust auf das Buch verdorben und DAS kann ich wiederum einfach nicht riskieren. 


“Just Like Heaven” ist einfach eine Klasse für sich, die zwar sehr an die Bridgertons erinnert, dennoch zeigt die Autorin bereits mit dem ersten Band des Smythe-Smith-Quartetts, dass diese auch ganz anders ist. Es wäre natürlich auch kein Quinn, wenn wir nicht einigen bekannten Charakteren begegnen würden. Aber dazu später mehr.  
 
In dem für die Autorin typischen charmanten, humorvollen und zugleich außergewöhnlichen Stil Szenerien und Dialoge wiederzugeben, erzählt sie hier die Geschichte von Honoria Smythe-Smith und Marcus Holroyd, dem Earl of Chatteris. Von Beginn an zaubert die Autorin mit ihren Charakteren und deren Handlungen sowie geführten Dialogen ihrem Leser ein Lächeln auf die Lippen – und recht häufig bringt sie mit ihrer Erzählweise auch den Leser dazu, seine Lachmuskeln zu strapazieren (meine mussten jedenfalls dranglauben! ;D). 

“Honoria Smythe-Smith,” Sarah said, positively grinning, “I am so proud of you.”
“I would ask why,” Honoria replied warily, “but I’m not sure I want to know the answer.”
“This is probably the most improper thing you’ve ever done.”
“That’s not true.”
“ Oh, perhaps you forgot to tell me about the time you ran naked through Hyde Park?”
“Sarah!”
Sarah chuckled. “Everybody has read something they weren’t meant to at some point in their lives. I’m just glad you have finally chosen to join the rest of humanity.”
(S. 286, Auszug aus einem Gespräch zwischen Honoria und ihrer Cousine Sarah)

She looked so lovely that he wanted to cry. Or possibly murder her violin. She did not look as she had in last year’s musicale, when her smile had been beatific and her eyes aglow with passion. Instead she attacked her violin with grim determination, her eyes narrowed, her teeth gritted, as if she were leading her troops into battle.
(S. 314, Marcus bei dem Live-Erlebnis der Generalprobe zum Smythe-Smith-Musikkonzert) 

Die Handlung spielt zu einem Zeitpunkt, der Herzen der Bridgerton-Leserschaft eindeutig höher schlagen lässt. Die ganze Zeit über habe ich nämlich überlegt, warum mir die Zeit und einige Handlungen so vertraut vorkamen, bis ich dann die entscheidenden Hinweise Eclair und Briefmesser bekommen habe. Na, kommt ihr drauf, welche Geschichte der Bridgertons wohl parallel zu dem von Honoria und Marcus verläuft? Genau, es ist die Geschichte von Colin und Penelope, einer meiner absoluten Lieblingsgeschichten der Bridgerton-Reihe. Aber was wäre ein parallel verlaufender Band, wenn nicht gar die Bridgertons selbst einen Auftritt hätten – jedenfalls ein paar davon. 

Auftretende, in einer für sie bereits bekannten charmanten Art, sind Colin und Gregory Bridgerton, wohingegen Colin eindeutig den besseren Part abbekommt. Auch taucht hier wieder ein Charakter auf, der in einem Quinn einfach nicht fehlen darf und den ich bereits seit seinem ersten Auftreten regelrecht vergöttere: Lady Danbury. Die alte Lady ist nicht nur ein Schlitzohr, hat eine scharfe Zunge, sondern auch noch das Herz am rechten Fleck! Wie könnte man sie da nicht mögen? 

Im Gegensatz zu dem gewohnten Charaktersettings der Bridgertons ist der des ersten Smythe-Smith-Bandes etwas ungewöhnlich. Hier hat sich die Autorin dazu entschlossen, beide Protagonisten zurückhaltend, schüchtern und unerfahren darzustellen. Honoria, die ja erst mit der Zeit die geschwisterlichen Gefühle für Marcus ablegt, ist zu gut erzogen, um ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen und sich Marcus gegenüber zu offenbaren. Marcus hingegen ist – entgegen dem, was für den männlichen Protagonisten der Autorin gewohnt sind – schüchtern, zurückhaltend und fühlt sich seiner Loyalität Honorias Bruder Daniel gegenüber verpflichtet. Seine Loyalität diesem gegenüber verbietet es ihm, in Honoria etwas anderes zu sehen als eine “kleine Schwester”. Denn hier besteht der nächste Unterschied: Die beiden Protagonisten kennen sich bereits seit Kindertagen und die Erkenntnis, dass sie mehr füreinander empfinden, verwirrt beide. 

Trotz dieser zurückhaltenden Charakterisierung entpuppen sich beide Protagonisten als intelligent und mit einem gewissen Sinn für Humor, den man so zeitweise sicherlich nicht erwartet hätte. Selbst in ernsten Situationen, wie z.B. ein Smythe-Smith-Konzert oder Marcus beinahe Ableben, verlieren die beiden nie ihren Sinn für Humor und necken sich gegenseitig auf eine Art, die wirklich nahe geht und den Leser dazu bringt, nicht mehr von der Story die Finger lassen zu können. 

Auch in der Umsetzung unterscheidet sich die Geschichte gravierend von der der Bridgertons. Wohingegen die Autorin bei den Bridgertons stets um ihre Leserschaft zu fesseln darauf zurückgreift, gewisse “Intimitäten” in Form von kompromittierenden Situationen mit einzubauen, werden diese kaum in “Just Like Heaven” eingebracht. Meistens erlebt man als Leser nur die veränderte und verwirrte Gefühlswelt der beiden mit, die durch ein paar Erkenntnisse erschüttert werden. Was mich als Leser überhaupt nicht gestört hat, da die Umsetzung so herzergreifend und amüsant gewesen war. 

Erzählt wird die Geschichte durch die unregelmäßigen Perspektivwechsel zwischen den Protagonisten, die es dem Leser ermöglichen, die Gefühls- und Gedankenwelt von beiden Charakteren mitzuerleben. Insgesamt betrachtet, ist die Charakterumsetzung der Autorin wieder einmal gut gelungen. Beide sind sympathische und liebevoll umgesetzte Protagonisten, die man trotz ihrer kleinen Charakterschwächen nicht missen möchte. Auch gibt es ein paar neu auftretende Charaktere, die man sofort ins Herz schließt. Da wären nämlich ganz eindeutig die drei Cousinen von Honoria, die ebenfalls dazu genötigt werden, die Londoner Gesellschaft mit ihren musikalischen Fähigkeiten zu quälen. Daisy, Sarah und Iris lassen sehr darauf hoffen, dass auch die nächsten Bände der Reihe sehr von Humor geprägt sein werden. Ich freue mich schon jetzt darauf, miterleben zu können, wie die anderen drei Quartett-Mitglieder ihr Glück finden. ^^ 

Übrigens die roten Schuhe, die ihr auf dem Cover seht, finden sich in der Handlung wieder. Nur so als kleiner Hinweis darauf, dass das Cover mit der Geschichte tatsächlich in Verbindung steht. 

“Just Like Heaven” ist ein Quinn, den ich nicht missen möchte und ich froh bin, in meinem Regal zu haben. 


Bewertung:

Unterhaltsamer, humorvoller und mit von Charme geprägter Erzählweise sowie mit liebenswerten und geistreichen Charakteren verzierter historischer Liebesroman, der ein absolutes Muss ist – ganz besonders für Fans der Autorin! 


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