[Review] Hearne, Kevin - Hounded (The Iron Druid Chronicles #1)

Taschenbuch
Erschienen: 2011
Sprache: Englisch
Originaltitel: –
Seiten: 289
Verlag: Del Rey
ISBN: 978-0-345-52247-4
Preis: ca. 5,60 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren 





Über den Autor:

Kevin Hearne is a native of Arizona and really appreciates whoever invented air-conditioning. He graduated from Northern Arizona University in Flagstaff and now teaches high school English. When he’s not grading essays or writing novels, he tends to his basil plants and paints landscapes with his daughter. He has been known to obsess over fonts, frolic unreservedly with dogs, and stop whatever he’s doing in the rare event of rain to commune with the precipitation. He enjoys hiking, the guilty pleasure of comic books, and living with his wife and daughter in a wee, snug cottage. 


Klapptext (Buchrückseite):

Atticus O’Sullivan, last of the Druids, lives peacefully in Arizona, running an occult bookshop and shape-shifting in his spare time to hunt with his Irish wolfhound. His neighbors and customers think that this handsome, tattoed Irish dude is about twenty-one years old – when in actuality, he’s twenty-one centuries old. Not to mention: He draws his power from the earth, possesses a sharp wit, and wields an even sharper magical sword known as Fragarach, the Answerer. 

Unfortunately, a very angry Celtic god wants that sword, and he’s hounded Atticus for centuries. Now the determined deity has tracked him down, and Atticus will need all his power – plus the help of a seductive goddess of death, his vampire and werewolf team of attorneys, a sexy bartender possessed by a Hindu witch, and some good old-fashioned luck of the Irish – to kick some Celtic arse and deliver himself from evil. 

 

Meinung:

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir nach Beenden von “Hounded” von Kevin Hearne erst einmal selbst ausführlich Gedanken zu dem Buch machen musste, um entsprechende Formulierungen für eine angemessene Bewertungen zu finden, denn die ersten Versuche waren so scharfzüngig, dass ich glatt einen falschen Eindruck von dem Buch erweckt hätte. “Hounded” ist nämlich wirklich lesenswert, hat aber einige Tücken, die sicherlich einen Teil der Leserschaft abschrecken bzw. enttäuschen könnte. Damit ihr nicht enttäuscht oder in eine mögliche Leserfalle lauft, versuche ich nachfolgend aufzeigen, welche positiven und auch negativen Aspekte sich in der Geschichte verstecken. 


Covergestaltung
Ich fange jetzt einfach mal mit der unverfänglichsten Variante an – der Covergestaltung. Diese ist wirklich gut gelungen. Das attraktive männliche Model sieht nicht nur süß aus, sondern wirkt auf den ersten Blick unauffällig, dennoch attraktiv und ausdrucksstark – so wie der Leser sich auf den ersten Blick Atticus vorstellt: unscheinbarer Ire mit einer ausdrucksstarken Mimik, die erkennen lässt, dass er über eine gewisse Lebenserfahrung verfügt. Also eine wirklich gute Wahl hinsichtlich des Models. 

Der zweite (auffällige) Punkt, der eine Verbindung zu dem Buch erkennen lässt, ist das Schwert – Fragarach. Ein zwar recht unscheinbar wirkendes Schwert, doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man die hübschen ornamentalen Verzierungen. Wirklich hübsch. 
 
Der letzte Punkt ist Atticus Halsband. Ein Artefakt, welchem ich anfänglich recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Dennoch spielt es für Atticus – und somit auch in der Geschichte selbst – eine sehr wertvolle Rolle. Es ist ein magisches aus Eisen geschaffenes Artefakt, welches mit Atticus Aura verbunden und mit druidischen Symbolen verziert ist, und zum Schutz von Atticus Leib und Seele beitragen soll. Die Kettenglieder im unteren Teil des Covers zeigen einige kleine Auszüge dieser Runen. 
 
Insgesamt gesehen steht die Covergestaltung in einem sehr engen Verhältnis zu der Geschichte, was einfach mal ein totaler Bonus ist – jedenfalls für mich, denn ich finde das Cover einfach klasse.  
 
Sprache und Umsetzung
Sprachlich gesehen ist “Hounded” richtig heimtückisch. Wer es nicht weiß, den wird es anfänglich abschrecken – so wie mich persönlich auch. Die Sprache ist sehr schwergängig und anfangs auch recht schwerlich zu verstehen. Der Autor verwendet zeitweise ziemlich altertümliche Begrifflichkeiten, die zwar verdeutlichen – da die Geschichte aus Atticus Perspektive geschildert ist –, dass Atticus ein etwas älteres Semester ist, jedoch für den Leser das Lesen und Verstehen (insbesondere, wenn Englisch nicht die Muttersprache ist!) erschweren. Als Leser braucht man einige Kapitel, um mit der Erzählweise des Autors warm zu werden, so wie es auch den Anschein erweckt, dass der Autor selbst erst mit der Erzählung warm werden musste. Denn sind die ersten gewöhnungsbedürftigen Kapitel überstanden, wird nicht nur das Gelesene verständlich, sondern der Autor bemüht sich, nicht mehr gänzlich so viele altertümliche Begriffe zu benutzen, sondern erwärmt sich mit modernem Sprachgebrauch. 

Nicht nur die Sprache erschwert es bedauerlicherweise dem Leser in die Geschichte zu finden, sondern auch die Umsetzung der Geschichte. Anfänglich rieseln förmlich große Brocken an (Teil-)Wissen und (Teil-)Informationen auf den Leser herab, die es nahezu unmöglich machen, überhaupt ein Ende dieses Informationsregens zu sehen, und auch die Handlung an sich braucht einige Zeit, um überhaupt die ersten spannenden Ansätze zu zeigen. Es rieseln sämtliche mythische (und auch noch recht unbekannte) Informationen auf einen herab, die wirklich dafür sorgen, dass man sich am liebsten erst einmal einer ausführlichen Recherche hinsichtlich des mythologischen Teils der Geschichte befassen möchte, um zu verstehen, welche benannte Gottheit eigentlich für was zuständig ist und warum wer was von wem will. Zwar ist das Gesamtwerk in diesem Punkt – trotz Erwähnung einiger Gottheiten – zwar andeutungsfähig, jedoch nicht so ausdrucksstark wie es sein könnte. Die Brocken, die man zugeworfen bekommt, bleiben nahezu das Einzige was der Leser serviert bekommt, aber genauere Informationen fehlen leider. Der Autor geht meiner persönlichen Meinung nach einfach viel zu sehr davon aus, dass der Leser mit diesen vielen unbekannten Gottheiten bereits bekannt ist, was leider nicht zum Verständnis beiträgt. 
 
Zwar steht das Grundgerüst der Geschichte recht stabil wirkend da, doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass die Bausubstanz für das vorgesehene Bauwerk nicht geeignet ist und somit droht einzustürzen. Eindeutig eine recht schwache Umsetzung, die hätte spannungsreicher und besser konzipiert werden können. 
 
Ebenso so schwächlich wie ein Großteil der Handlung des Werkes, die sich zwar ab Mitte des Buches etwas steigert, wirkt der finale Kampf. Er ist recht kurz gelungen und wenig detailreich, insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass einige sehr unwichtige Punkte sehr ausführlich geschildert werden. Auch wird für den Leser verdeutlicht, dass Atticus nicht einmal wirklich so “mannshaft” und “mächtig” ist, wie er seit der ersten Seite beschrieben worden ist. Eine reine Enttäuschung für den Leser, der sich auf einen spannenden Kampf gefreut hat, der zeigt, welches Potential in Atticus steckt. 
 
Charaktergestaltung
Auch die Charaktergestaltung ist nicht ganz ohne. Atticus ist zwar nicht der typische Held, sondern eher schon richtig selbstverliebt, eingebildet und zeitweise richtig unausstehlich, dennoch ist er ein Charakter, der trotz einiger (so wie bereits aufgezählter) Eigenschaften zwar nicht der absolute Sympathieträger ist, aber dennoch ein recht markanter Protagonist, dessen Geschichte interessant ist. Was ich wirklich sehr bedauerlich fand, war, dass wir als Leser einfach zu wenig über Atticus Vergangenheit erfahren haben und dass das, was wir erfahren haben, ihn nicht gerade sympathisch macht. Z.B. gibt es die Tatsache, dass Atticus von einem Teil von seiner Flucht nach Amerika berichtet und ganz unverfänglich darüber berichtet, dass er ein Kind gezeugt hat, aber das Kind so wie die Frau in Europa zurückgelassen hat! Hallo, geht’s noch? Der Typ ist auf der Flucht und einige wütende Götter hinter ihm her, wie kann er die Frau und das Kind einfach schutzlos zurücklassen?? Tickt der Typ nicht ganz mehr richtig? Anscheinend, denn Atticus, unser Protagonist, scheint sich darüber überhaupt keinen Kopf zu machen bzw. gemacht zu haben. Die Sache ist schon einige Jahrhunderte her und er scheint sich der Situation immer noch nicht bewusst zu sein. Ich hoffe, die fällt ihm noch auf die Füße und irgendjemand (hoffentlich weiblich) tritt ihm dafür gehörig in den Arsch! Das ist wirklich einer der wenigen Punkte, die ihn mir absolut unsympathisch gemacht haben. So wenig Verantwortungsbewusstsein hätte ich ihm nämlich nicht zugetraut, bis er es an den Tag gelegt hat. 

Sympathisch, wenn auch nicht fehlerfrei, fand ich Oberon. Oberon ist der irische Wolfshund von Atticus, der mit diesem telepathisch kommunizieren kann. Oberon ist zwar nicht der schlauste Hund der Welt, dafür erfrischt er die Geschichte mit seinen leicht humorvollen Einlagen, die dem Leser doch schon das ein oder andere Lächeln auf die Lippen zaubert. 
 
Emily, die leider nicht mehr lange lebende Hexe, fand ich trotz ihrer bösartigen Natur sympathisch, da sie Atticus immerhin Paroli geboten hat. Wen wundert es da, dass ich sie sympathisch fand? 
 
Auch Granuaile war sehr sympathisch, so wie die Werwölfe und Leif, der vampirische Anwalt. Leider hat man als Leser viel zu wenig von Leif und Granuaile gelesen, was sich hoffentlich in den nächsten Büchern der Reihe noch ändern wird. 
 
Wenn nicht der etwas zu eckige und kantige Protagonist wäre, und insgesamt gesehen nicht ganz so viele Charaktere auf der Bildfläche erscheinen würden, wäre die Charaktergestaltung wirklich gelungen. So ist sie jedoch mangelhaft – zumal die Geschichte aus der Perspektive eines nicht gerade sympathischen Protagonisten geschildert wird. 

 

Bewertung:

Trotz Ecken und Kanten in der Charaktergestaltung, dem schwergängigen Sprachgebrauch sowie den Schwächen in der Umsetzung hat “Hounded”, der erste Band der Iron Druid Chronicles Serie, eindeutig Potential. 


Infos zur Reihe:
  1. Hounded (bereits erschienen)
  2. Hexed (bereits erschienen)
  3. Hammered (bereits erschienen)
  4. Tricked (erscheint im April 2012) 

Wie viele Bücher diese Reihe von Kevin Hearne insgesamt umfassen wird, steht allerdings noch nicht fest. Vorerst steht nur der geplante Erscheinungstermin von “Tricked” für April 2012 fest. Eine deutsche Übersetzung der Reihe ist, soweit ich dies der Website des Autors entnehmen konnte, bereits in Planung. Wann und bei welchem Verlag allerdings die ersten Bücher erscheinen, ist noch nicht bekannt.

Kommentare