25.08.2011

[Review] Westerfeld, Scott - Uglies (Uglies #1)

Taschenbuch
Erschienen: 2005
Originaltitel: -
Sprache: Englisch
Seiten: 425
Verlag: Simon Pulse
ISBN: 978-0-689-86538-1
Preis: ca 6,40 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 





About the author:

Scott Westerfeld is the author of five adult novels, most recently ”The Risen Empire” and ”The Killing of Worlds”. His first young-adult book, “The Midngihters: The Secret Hour”, is the first in a trilogy. He was born in Texas and alternates summers between Sydney, Australia, and New York City. 


Klapptext (Buchrückseite):

Everybody gets to be supermodel gorgeous.
What could be wrong with that? 

Tally is about to turn sixteen, and she can’t wait. Not for her license – for turning pretty. In Tally’s world, your sixteenth birthday brings an operation that turns you from a repellent ugly into a stunningly attractive pretty and catapults you into a high-tech paradise where your only job is to have a really great time. In just a few weeks Tally will be there. 
 
But Tally’s new friend Shay isn’t sure she wants to be pretty. She’d rather risk life on the outside. When Shay runs away, Tally learns about a whole new side of the pretty world – and it isn’t very pretty. The authorities offer Tally the worst choice she can imagine: find her friend and turn her in, or never turn pretty at all. The choice Tally makes changes her world forever! 

 

Meinung: 

Auch mit dem ersten Band der Uglies-Reihe vermochte es Scott Westerfeld mich mit dem Facettenreichtum seiner hier kreierten Welt in den Bann zu ziehen. 


Mit seiner einfachen und zugleich ausdrucksstarken Erzählreise vermochte mich der Autorn nicht nur zu fesseln, sondern auch zu faszinieren. Die hier von ihm dargestellte Welt ist nicht nur facettenreich, sondern auch überzeugend, da sich stets Parallelen zu unserer heutigen gesellschaftlichten Situation finden lassen, die zum Nachdenken anregen. 
 
Die Heldin der Geschichte, Tally, lebt in einer (fiktiven) Zukunft, in der der Alltag von Schönheit dominiert wird. Doch Schönheit erlangt man erst durch eine Operation zum sechszehnten Geburtstag. Tally steht kurz vor ihrem 16. Geburtstag, und somit kurz vor ihre Umwandlung in eine Pretty. Doch bevor es so weit ist, lernt sie Shay kennen und ihr Weltbild gerät durch Shays klare Worte ins Wanken, denn im Gegensatz zu ihr selbst will Shay die Operation zum Pretty überhaupt nicht. Kurz vor dem großen Tag rennt Shay davon und hinterlässt Tally nur kryptische Hinweise darauf, wohin sie gegangen ist. Traurig über den “Verlust” ihrer Freundin, fiebert Tally dem Tag ihrer Operation entgegen. Als dieser dann endlich da ist, erlebt sie eine Überraschung. Man verweigert ihr so lange die Operation zur Pretty bis sie es geschafft hat, Shay und die anderen Ausreißer aufzuspüren und der zuständigen Behörde zu melden. Wird Tally ihre Freundschaft zu Shay für die Operation verraten? 
 
In “Uglies” wird nicht nur ein physischer Aspekt, sondern auch ein psychisch-psychologischer thematisiert. Hinter der gesellschaftlichen “Einstellung” von “Schönheit” kritisiert der Autor auch gleichzeitig die psychologischen Aspekte, die zu einem solch radikalen Eingriff führen, als auch diese, die sich danach abzeichnen. In Tallys Welt wird z.B. den Menschen vorgegauckelt, dass seinerzeit Kriege aus Neid auf das Aussehen eines anderen, und der damit verbundenen “Machtposition”, entstanden sind, weswegen, um Kriege zu vermeiden, die Operationen eingeführt worden sind. Seither leben die Menschen (angeblich) in Frieden. Das dies allerdings nur ein vorgeschobener Grund ist, um die Menschen besser kontrollieren zu können und sie möglicherweise nicht nur auf psychologischer, sondern auch biologischer Art und Weise zu beeinflussen, wird einem als Leser relativ schnell bewusst. Scott Westerfeld kritisiert in diesem Sinne nicht nur das Gruppenverhalten von Menschen (Zugehörigkeitszwang usw.) und soziale Abhängigkeit, sondern zudem auch noch die intellektuelle Entwicklung der modernen Gesellschaft, die statt selbst zu denken das Denken anderen überlässt. 
 
Im Gegensatz zu der recht anschaulich dargestellten (fiktiven) Zukunft bleibt jedoch das Regierungssystem weitergehend im Dunklen. Ebenso die Motivation hinter der Handlungsweise (Operation zum 16. Geburtstag) ist schleierhaft. Zwar ist Machtgier stets ein gutes Argument, wirkt hier allerdings zu simpel. 
 
Auch steht offen die Frage im Raum, warum sich zudem Aussehen und Verhalten der Pretties ähneln. Hierzu bliebe zwar die Möglichkeit des besseren Kontrollierens, wirkt aber ebenso zu simpel. Fraglich ist auch, warum sich niemand anscheinend an einem System stört, welches den Menschen nicht nur ihre Individualität nimmt, sondern zudem auch noch unterdrückt. 
 
Neben der tiefgründigen Umsetzung bietet die Protagonsitin der Geschichte anfänglich mehr Oberflächlichkeit als Tiefe. Jedoch entwickelt sich Tally im Laufe der Handlung weiter, reift heran und beginnt, Dinge zu hinterfragen. 
 
Einzig benachteiligt wirken die Nebencharaktere, die zwar sympathisch wirken, aber dennoch viel zu blass erscheinen, um handlungsrelevant zu sein. Ich hoffe, dass sich dies im Laufe der nachfolgenden Bände noch legt und auch die Nebencharaktere wie Shay, Peris, David und Croy näher eingegangen wird. 

 

Bewertung:

Eine gesellschaftskritische Dystopie, deren Aussage erschreckenderweise Parallelen zu unserer Gesellschaft aufzeigen und zum Nachdenken anregen. 


Infos zur Reihe:
  1. Uglies
  2. Pretties
  3. Specials 

Zusatzband:
  • Extras


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen