[Review] Gier, Kerstin - In Wahrheit wird viel mehr gelogen

Taschenbuch
Erschienen: 2009
Originaltitel: /
Sprache: Deutsch
Seiten: 265
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16552-0
Preis: 7,99 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 





Über die Autorin:

Kerstin Gier, Jahrgang 1966, lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in der Nähe von Bergisch Gladbach. Sie schreibt mit sensationellem Erfolg Romane. “Für jede Lösung ein Problem” und ihre “Mütter-Mafia”-Romane wurden durch Mundpropaganda Bestseller und mit enthusiastischen Kritiken bedacht. Durch ihre Jugendbücher “Rubinrot”, “Saphirblau” und “Smaragdgrün” ist ihre Fangemeinde noch größer geworden. 


Klapptext:

Carolin ist sechsundzwanzig – und ihre große Liebe gerade gestorben. Wirklich gestorben, nicht nur im übertragenen Sinne tot. In ihrer Trauer muss sie sich nun mit ihrem spießigen Exfreund um ein nicht gerade kleines Erbe streiten. Kein Wunder also, dass Caro sich das erste Mal in ihrem Leben betrinkt, zu einer Therapeutin geht und ein kleines Vermögen für Schuhe ausgibt. Und sich von Idioten umzingelt fühlt. Zum Glück ist Carolin in ihren schwärzesten Stunden nicht allein, und ihre besorgte Familie und ein ausgestopfter Foxterrier mit Namen “Nummer zweihundertdreiundverzig” helfen ihr bei einem Neuanfang… 


Meinung:

In “In Wahrheit wird viel mehr gelogen” erzählt Kerstin Gier auf amüsante und unterhaltsame Art eine Geschichte über Trauer, Verlust und eines Deutschen liebstes Streitthema: das Erben. 


Bereits aus ihrer Jugendbuchreihe, der Edelsteintrilogie, war mir der angenehme Erzählstil der Autorin bekannt, jedoch war ich positiv überrascht, wie amüsant, überzeugend und einfühlsam sie bei ihren Erwachsenenbüchern erzählt. ich habe nahezu Tränen gelacht, so gut fühlte ich mich von der Geschichte um Caro unterhalten. Aber nicht nur Lachtränen fanden sich in meinen Augenwinkeln, sondern auch Tränen des Mitgefühls, weil ich die Gedanken und Emotionen der Protagonistin so einträglich gut nachempfinden konnte, was durch die perspektivischen Erzählweise (Ich-Form) noch verstärkt wurde. 

Ebenfalls machte es mir Spaß, die Geschichte um die junge und hochbegabte Protagonistin zu verfolgen, weil diese so liebenswert war und man sie bereits auf den ersten Seiten als sympathisch empfand, weil deutlich wurde, dass Caro zwar verdammt intelligent, aber nicht fehlerfrei ist. Neben Caro treten eine Menge sympathischer und ungewöhnlicher Charaktere auf, die ich ebenso wie die Protagonistin selbst schnell in mein Leserherz schloss. Zum einen wäre da Caros Familie, die ihr immer zur Seite steht, ihre unkonventionelle Psychiaterin, die mit ihren “Behandlungsversuchen” anscheinend nicht nur unsere von Trauer gepeinigte Protagonistin therapiert, sondern sich selbst gleich mit, und zum anderen noch der Apotheker Justus, den ich persönlich in dem Moment, als er ihr die Fußnägel lila lackierte beinahe für schwul erklärt hätte – wenn es nicht entgegenstehende Argumente gegeben hätte. 
 
Insgesamt gesehen sind Handlung, Charakterdesign und Grundidee in guter Kombination zusammengeführt, auch wenn den Charakteren trotz Liebenswürdigkeitsfaktor etwas die Tiefe fehlte. 

 

Bewertung:

Amüsante Unterhaltung mit Gefühl, die dennoch zum Nachdenken anregt. Empfehlenswert!



Kommentare