[Review] Despain, Bree - Die dunkle Gabe (Urbat #1)

Erschienen: 2010
Originaltitel: The Dark Divine
Sprache: Deutsch
Seiten: 425
Verlag: Aufbau
ISBN: 978-3-351-04123-6
Preis: 16,95 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 







Über die Autorin:

Bree Despain entdeckte ihre Liebe zum Schreiben während einer Auszeit vom College: Sie nahm sich ein Semester frei, um Theaterstücke für sozialbenachteiligte Jugendliche aus Philadelphia und New York zu inszenieren. Ihre Begeisterung für Geschichten für junge Menschen sowie zahlreiche Literatur- und Schreibkurse an ihrer Universität inspirierten sie, selbst als Autorin tätig zu werden. Aktuell lebt Bree Despain mit ihrem Ehemann und zwei Söhnen in Salt Lake City im Bundesstaat Utah. “Urbat: Die dunkle Gabe” ist ihr erster Roman. 


Klapptext:

Grace Divine wusste schon immer, dass in der Nacht, in der Daniel Kalbi verschwunden war, etwas Furchtbares passiert sein musste – die Nacht, in der sie ihren Bruder Jude blutüberströmt auf der Veranda gefunden hatte. Erinnerungen werden wach, als Daniel drei Jahre später zurückkehrt. Und obwohl Grace ihrem Bruder verspricht, sich von Daniel fernzuhalten, fühlt sie sich auf wundersame Weise zu ihm hingezogen. 

Grace versucht, die Wahrheit hinter dem dunklen Geheimnis der beiden Jungen herauszufinden und zu ergründen, was die schützt, die sie liebt. Und stellt dabei fest, dass sie selbst dafür vielleicht ein unfassbares Opfer bringen muss… 


Meinung:

Wahrscheinlich werden mich gleich sämtliche Urbat-Fans lunchen wollen, aber das ist mir egal. Denn mit dem vorliegenden ersten Band der Urbat-Reihe kann die Autorin bei mir nicht einmal einen Blumentopf gewinnen. Das Einzige, was sie von mir kriegen könnte, wäre ein Preis für das unerotischste Wort überhaupt: Schlammtörtchenaugen. Bitte, wer will denn schon, dass jemand sein/ihre Augen so beschreibt? Ich jedenfalls nicht! Das erinnert irgendwie an die Zeit als man noch im Sandkasten gespielt hat, aber doch nicht an die erste Liebe. Oder seht ihr das anders? 

Zwar hat sich die Geschichte gut – trotz einiger schwacher Momente – lesen lassen, jedoch konnte das Gesamtwerk nicht überzeugen. Der Erzählstil war teilweise zu flach und wenig mitreißend, auch wenn die Story aus der Perspektive der Protagonistin in der Ich-Form geschildert wird. 

Ebenso flach wie der Erzählstil waren auch die einzelnen Charaktere – allen voran die Protagonistin Grace. Sie wirkten oberflächlich, schlecht durchdacht eindimensional und zeitweise richtiggehend unsympathisch. Zudem war Grace zeitweilig so naiv, dass es beinahe körperliche Schmerzen bereitete. Ihre Blindheit gegenüber ihrer angeblich besten Freundin, die ebenfalls nur auf ihren Bruder Jude scharf war, war einer der Punkte, weswegen ich allein schon gern mit dem Kopf gegen die nächste Wand gerannt wäre. Ebenso störte mich die offensichtliche Scheinheiligkeit der Familie Divine, die zwar ständig die Probleme anderer – so als würden sie sich daran laben – heiß diskutierten, aber die der Familie bzw. einzelner Familienmitglieder hingegen waren ein absolutes Tabu. Meiner Ansicht nach sollte man, wenn man Dreck kehren will, vor seiner eigenen Haustür beginnen – egal ob man Pastor ist oder nicht. 

Nebenher störte mich zudem die abgeschmackte Werwolf-Story, die nichts Neues bot, sondern eher wieder aufgewärmter Kaffee war – und das nicht mal guter! Daneben waren die einzigen Spannungshöhepunkte, wie die “Entführung” von Graces kleinem Bruder oder der zweite mordende Werwolf, keine Spannungshöhepunkte, da man sich bereits aufgrund des auffälligen Verhaltens eines bestimmten Charakters denken konnte, was geschehen ist und weiter geschehen wird. Spannung war absolut null vorhanden. Nicht mal in dem etwas schlecht inszenierten finalen Kampf, der mich hat nur die Augen rollen lassen. 

Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wenn man alle Punkte betrachtet, wie dieses Buch so gehypt werden konnte. Weder die Charaktere noch die Handlung an sich lassen erkennen, was an der Geschichte von Grace und Daniel so besonders sein soll, da man zwischen den beiden nicht mal einen Funken springen sieht. Romantik sucht man als Leser hier nämlich leider auch vergeblich! 


Bewertung:

Wer “anspruchsvolle” Lektüre für Jugendliche sucht, sollte um “Urbat: Die dunkle Gabe” einen Bogen machen. Die Handlung sowie die Charaktere sind viel zu seicht, um überhaupt annähernd zu überzeugen. 


Infos zur Reihe:
  1. The Dark Divine (Die dunkle Gabe – bereits erschienen)
  2. The Lost Saint (Der verlorene Bruder – bereits erschienen)
  3. The Savage Grace – erscheint im März 2012 (dt. Titel und Erscheinungsdatum nicht bekannt)

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