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[Review] Jones, Carrie/Wedel, Steven - After Obsession

Taschenbuch
Erschienen: 2011
Sprache: Englisch
Seiten: 305
Verlag: Bloomsbury
ISBN: 978-1-4088-1827-5
Preis: ca. 8,40 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren







About the authors: 

In addition to the New York Times bestsellers Need and Captivate and the third book in the series, Entice, Carrie Jones is also the award-winning author of the YA novel Tips on Having a Gay (Ex-)Boyfriend. Carrie grew up in Bedford, New Hampshire, where she once had a seance with uber-comedian Sarah Silverman. She now lives in Maine, USA.

Steven Wedel is a high school English teacher and lives with his wife and children in Oklahoma, USA. He has written adult fantasy novels and this is his first book for young adults. 


Klapptext:

Aimee and Alan have secrets. They both have intriguing pasts and abilities they prefer to keep hidden. But when their lives intersect in a cold Maine town, they can’t stop their secrets from spilling out. Strange things have been happening, and they both feel strangely that something, or someone, is haunting them. 
 
But it’s actually another friend, Courtney, who’s truly in trouble. In a desperate plea to find her missing father, she has invited a demon into her life - and into her body. Aimee and Alan can only exorcise the ghost together. And they have to move quickly, before it devours not just their friend, but everything around her… 
 
 

Meinung:   

Ein Buch zu dem ich überhaupt keine Erwartungshaltung hatte, da mich der Plot zwar reizte, ich aber weder ein Buch von Frau Jones noch von Herrn Wedel kannte, und das mich positiv überraschte; es fesselte, faszinierte und sog mich förmlich in die Geschichte von Aimee und Alan. Besonders der Part von Alan hat mich nach dem Plot etwas skeptisch zurückgelassen, überraschte aber auf ganze Linie, denn mit Exorzismus rechnete ich, aber nicht mit der Einbindung des Volksglaubens der amerikanischen Ureinwohner, der einzig auf Alan zurückzuführen ist. Eine wirklich klasse Idee, die trotz ihrem provisorischen Arrangement überzeugte.
 
Beide Parts der Autoren sind flüssig, einfühlsam und zeitweise sehr emotional umgesetzt. Sprachlich ist weder der Teil von Frau Jones noch der Teil von Herrn Wedel zu beanstanden – außer zweitweisen kleinen Hängern in der Geschichte, die zwar da waren, aber auch schnell wieder verschwanden. Erzählt wird die Geschichte der beiden ungleichen Protagonisten jeweils abwechselnd aus deren Perspektiven in der Ich-Form, was mich anfänglich etwas irritierte, da die einzelnen Kapitel/Abschnitte meist nicht sehr lang sind – jeweils immer nur um die 10-20 Seiten -, sodass das Schlüpfen in den jeweils anderen Charakter auf dieser kurzen Strecke etwas gewöhnungsbedürftig war. Aber schon nach wenigen Kapiteln/Abschnitten war dies auch für mich kein Thema mehr, da ich nicht nur von der Geschichte gefesselt war, sondern auch das “Switchen” in den jeweils anderen Part wie von selbst gelang. 
 
Die Protagonisten, in die man während des Lesens schlüpft, haben ihren Teil zum Gelingen der Story natürlich beigetragen. Da der Fokus hauptsächlich auf Aimee, Alan und Courtney liegt, ist es eindeutig, dass diese drei ganz besonders gut durchdacht und umgesetzt sind. Neben Aimee, einer rothaarigen, schüchternen Schulschönheit, die nicht als Freak gelten will und somit ihre besonderen Begabungen vor allen verbirgt, und Alan, dem Football spielenden Neuling (obwohl die kleine Schule keine Football-Mannschaft hat *hust*) an der Schule und “Halb-Indianer”, der nicht sicher weiß, ob er Navajo ist oder ein Teil eines anderen Stammes, da er seinen Vater nie kennengelernt hat, sowie Courtney, die den Verlust ihres Vaters nicht ertragen kann, gibt es natürlich noch einige andere interessante Charaktere wie Aimees Familie, bestehend aus ihrem Bruder, ihrem Vater und ihrem Großvater, Alans Mutter und Tante, der anscheinend “allwissenden” Bibliothekarin (beste Freundin von Aimees verstorbener Mutter) und Blake, Aimees (Ex-)Freund. Ehrlicherweise muss ich ja sagen, dass mir Aimee anfänglich etwas oberflächlich und besserwisserisch vorkam, da sie zum einen mit dem bis dato heißesten Typen an ihrer Schule zusammen war und wegen – ihrer persönlichen Meinung nach – rassistischen Äußerungen über Alan seinerseits, die ihr bewusst auf die Einflüsse des bösen Geistes/Dämon/River Man zurückgeführt werden konnten (auch wenn diese Einstellung im Unterbewusstsein seitens Blake vorhanden waren), die Beziehung zu diesem beendete. Nachdem Blake sie allerdings schon fast mit tätlicher Gewalt aus dem Auto warf – natürlich kurz nachdem sie die Beziehung beendete -, war ihre Entscheidung nachvollziehbar. Ihre anfängliche Freundschaft, die aufgrund der merkwürdigen Spannungen zwischen Alan und Aimee nie wirklich wie eine reine Freundschaft wirkte, sondern auf einer anderen Ebene mehr versprach, intensivierte sich nach Aimees Trennung von Blake langsam und überzeugend. Anders wie in anderen YAs fallen Aimee und Alan nicht gleich übereinander her, sondern lernen sich kennen – und auch die Familien des jeweils anderen. Erst als zwischen den beiden eine gewissen Vertrauensbeziehung vorhanden ist, entwickelt und reift die Beziehung mit Fortlauf der Geschichte überzeugend heran. 
 
Auch der Handlungsverlauf ist wohl überlegt und folgt einer gewissen Struktur nach der sich langsam die Puzzleteile von Vergangenheit und Gegenwart zu einem Ganzen verbinden. Es ist einerseits von Anfang an klar, dass der böse Geist, den Aimee seit ihrer Kindheit wahrnehmen kann, mit der zunehmenden Gewalt in dem kleinen Ort zu tun hat. Erst nach und nach wird durch Wesensveränderungen Courtneys – auch im physischen Sinne – klar, dass diese besessen ist. Nur die Hintergründe, die offen sind und von vornherein klar erkennbar, machen dann auch bei den beiden Protagonisten “klick”. doch wie wird man einen bösen Geist los, der älter als der Ort selbst ist? 
 
Zur Lösung der Frage und des Problems kommt Alan und der Glaube seiner indianischen Kultur sowie deren Sitten und Gebräuche, in die er nicht hineingewachsen ist, sondern nur durch Internetrecherchen und Bibliotheksbesuche kennt, ins Spiel, denn hier bewahrheitet sich zwar das Sprichwort, dass der Glaube Berge versetzen kann. Ich kann zum Ende jedoch nur eins sagen, nämlich, dass mir glatt ein paar Tränchen entschlüpft wären, wenn der Gruselfaktor der Geschichte, der durch eine stetig düstere Atmosphäre aufrecht erhalten wird, mich nicht so nachhaltig erschüttert hätten.


Bewertung:  

Ein düsterer YA mit Exorzismus, mörderischen Geistern, Spannung, indianischem Volksglauben und einer Liebesgeschichte, die die Handlung nicht schwächt. Einfach lesenswert!




Es gibt zwar Gerüchte für ein entsprechendes Sequel zu „After Obsession“, aber bisher ist – soweit der Seite von Steven E. Wedel zu entnehmen – noch Nichts in Sack und Tüten. Zwischenzeitlich haben wohl Carrie Jones und Steven E. Wedel sogar noch ein weiteres Buch (nicht das Sequel zu „After Obsession“) geschrieben und sind auf der Suche nach einem entsprechenden Zuhause für ihr Werk. Worum es dabei gehen soll, wurde bisher nicht verraten. Bin gespannt, ob wir bald weitere Bücher dieses vielversprechenden Autoren-Duos zu lesen bekommen.

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