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[Review] Westerfeld, Scott - Pretties (Uglies #2)


Taschenbuch
Erschienen: 2005
Sprache: Englisch
Seiten: 370
Verlag: Simon Pulse
ISBN: 978-0-86539-8
Preis: ca. 7,80 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 







About the author:

Texas native Scott Westerfeld has written five adult novels in addition to his young adult novels. Two books have been published in his Midnighters trilogy: “The Secret Hour” and “Touching Darkness”. He also wrote “So Yesterday”, a 2004 ALA Best Book for Young Adults, and “Peeps”. Scott alternates summers between Sydney, Australia, and New York City. 


Hinweis: Der weitere Beitrag enthält möglicherweise Spoiler!!!


Klapptext (Buchrückseite):

Tally has finally become pretty. Now her looks are beyond perfect, her clothes are awesome, her boyfriend is totally hot, and she’s completely popular. It’s everyhting she’s ever wanted. 

But beneath all the fun – the nonstop parties, the high-tech luxury, the total freedom – is a nagging sense that something’s wrong. Something important. Then a message from Tally’s ugly past arrives. Reading it, Tally remembers what’s wrong with pretty life, and the fun stops cold. 

Now she has to choos between fighting to forget what she knows and fighting for her life – because the authorities don’t intend to let anyone with this information survive. 


Meinung:

In “Pretties”, dem zweiten Band der Uglies-Reihe, erweitert Scott Westerfeld das im ersten Band geschaffene Spektrum um einige Aspekte, die nicht nur Tally und ihre Welt, sondern auch ihr freundschaftliches Verhältnis zu Shay in einem komplett anderem Licht erscheinen lässt. 

Obwohl auch hier die Geschichte wieder in einer recht plastischen und ausdrucksstarken Art und Weise durch den Autor erzählt wird, konnte ich zu Beginn durch den recht drastischen charakteristischen Umschwung in Tally’s Charakterisierung schwerlich mit ihr sympathisieren. Gegen Ende des ersten Bandes erlebte man die junge Protagonistin als selbstständige, kämpferische junge Frau, die für ihre Fehler Einsicht und Verantwortung zeigte. Hier hingegen erlebt man zu Beginn des zweiten Bandes eine noch oberflächlichere und egoistischere Tally. Zwar war mir als Leser bewusst, dass die Operation zur Pretty bei Tally nicht nur äußere, sondern auch verhaltensbedingte Veränderungen mit sich bringen würde, aber dass diese Veränderungen bei Tally allerdings so gravierend sein würden, dass man glaubt, der eigentliche Kern, der sie ausmachte, nicht mehr vorhanden ist, hatte ich nicht erwartet. Auch, dass die Operation nicht nur Wesensänderungen mit sich brachte und ein gutes Aussehen, sondern auch noch fehlende Erinnerungen, war schon ein Punkt, der auf die Experimentierfreudigkeit von Tally’s Gesellschaft schließen ließ und später bestätigte. Einzig ein inneres Gefühl, dass ihr etwas fehlt, und Zane, Tally’s neuer Freund, hielten sie gedanklich auf Trab und ließen sie human wirken. 

Später, nach Tally’s und Zane’s Ausbrechen aus ihrer Gesellschaft, muss Tally feststellen, dass ihre Stadt nicht nur mit ihren Einwohnern experimentiert, sondern auch mit in der Wildnis lebenden Gemeinschaften, deren primitive und gewalttätige Verhaltensweisen anscheinend einen ganz speziellen Sinn zu entsprechen scheinen. Bereits im ersten Band hatte ich das Gefühl, dass diese eisig wirkenden Specials ebenfalls nicht nur äußerlich, sondern auch gehirntechnisch modifiziert worden sind – aber eben nur zwecks bestimmter Verhaltensweisen und einer gewissen Emotionslosigkeit. Dies ist allerdings nur eine Vermutung, die weder weiter angesprochen noch bestätigt wird. Schade, wäre ein interessanter Aspekt, wenn mit Außenseitern Experimente gemacht würden, die letztendlich deren Verhaltensweisen neurologisch ergründet und für politische bzw. kriegstechnische Mittel genutzt werden, um entsprechende menschliche “Kampfmaschinen” zu formen. 

Auch bleibt dem Leser weiterhin das Regierungssystem, in welcher Form es besteht und funktioniert, verborgen. Eine Erklärung in diese Richtung hätte mir als Leser sicherlich die durch Scott Westerfeld kreierte Welt noch realistischer erscheinen lassen. Allein der weiter angeführte gesellschaftskritische Aspekt genügt in diesem Fall nicht, da einige Handlungsstränge von Tally und ihren Freunden eine leicht politische Motivation tragen. 

Neben diesen tragenden Punkten geriet auch hier wieder das Freundschaftsverhältnis von Tally und Shay nicht nur ins Wanken. Bereits zum Ende des ersten Bandes stellte ich mir die Frage, ob Shay nicht das eigentliche Spielzeug von Special Circumstances war und Tally nur ein zusätzlicher Bonus, denn es war schon merkwürdig, dass Shay so kurz nach ihrer “Gefangennahme” im ersten Band operiert wurde und eine gewisse Bekanntschaft mit der Leiterin von SC, Dr. Cable, hegte. Allerdings verwarf ich den Gedanken wieder, weil ich nach einiger Überlegung zu dem Entschluss kam, dass der Autor eine derartige Grausamkeit nicht an den Tag legen würde. Oder? Anscheinend habe ich mich geirrt, denn meine Alarmleuchten färbten sich tiefrot und auch Shay’s Verhalten ließ diesen Gedanken sich immer weiter verfestigen. Zwar wurde diese Problematik insgesamt gesehen nicht eindeutig angesprochen oder abgestritten, dennoch bleibt sie im Raum stehen und veranlasst einen, ständig über die (Nicht-)Freundschaftsbeziehung von Tally und Shay nachzudenken. 

Ein weiterer Aspekt, der mir persönlich nicht gefallen hat, war, dass David – einer meiner Lieblingscharaktere der Reihe – ein wenig in Vergessenheit geraten ist und Tally sich sozusagen an den nächstbesten ‘rangemacht’ hat. Etwas, was mir David zu liebe unendlich leid getan hat. Einfach vergessen und ersetzt zu werden, hat er nicht verdient. Zwar war Zane ein schwer durchschaubarer, aber dennoch sympathischer Charakter, jedoch kommt er einfach nicht als Charakter an David heran. Es war einfach bedauerlich, zu sehen, wie ein schwacher ‘Abklatsch’ von David an Tally’s Seite trat. T.T 


Bewertung:

Ein Fortführungsband, der für die Weiterführung der Geschichte noch Großes verspricht, auch wenn es noch leicht im Dunkeln verborgen liegt, mit was für einer Art ‘Showdown’ Scott Westerfeld diese großartige und vielversprechende Reihe beenden wird. 


Infos zur Reihe:
  1. Uglies
  2. Pretties
  3. Specials 

Zusatzband:
  • Extras 

Alle Bände der Uglies-Reihe sind bereits in deutscher Ausgabe erschienen und im Handel erhältlich.

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