16.12.2012

[Review] Balogh, Mary – A Cristmas Bride/Christmas Beau


eBook
Format: Kindle Edition
Erschienen: 2012
Sprache: Englisch
Seiten: 511
Verlag: DELL
eISBN: 978-0-345-53579-5
Preis: ca. 4,46 €
Altersempfehlung: ab 16 Jahren








About the author:

Bestselling, multi-award-winning author Mary Balogh grew up in Wales, land of sea and mountains, song and legend. She brought music and a vivid imagination with her when she came to Canada to teach. Here she began a second career as a writer of books that always end happily and always celebrate the power of love. There are over three million copies of her Regency romance and historical romances in print. 


Klapptext:

A Christmas Bride
The very wealthy Edgar Downes has promised his aging father to finally take a bride – specifically, to wed a titled woman by Christmas. London is full of pretty, proper, and eligible misses, but it's the widow Helena, Lady Stapleton, in a shocking red dress, who captures Edgar's attention. Helena is intrigued by the seductive stranger – but he's simply not in her class. Marriage, of course, would never do. But in a season of miracles, something wondrous is about to happen. 

Christmas Beau
Not even the warm, forgiving Christmas spirit can stop the Marquess of Denbigh from settling his score with Judith Easton: The beautiful young widow injured Denbigh's pride years ago by jilting him for another man. Now that Judith is free from a nightmare marriage, the handsome marquess has her in his sights – and wants her in his arms. But to trust the tender words on his lips, Judith must not only see past the hardness of his heart, but learn once again to trust her own heart's desire. 


Meinung:

Bereits seit einiger Zeit wollte ich schon gern einmal die Bücher von Frau Balogh ausprobieren, denn als Historical-Leser ist es ja recht schwierig nicht über ihre Bücher zu stolpern. Gerade durch eine liebe Bloggerkollegin, die mir bereits zwei ihrer Bücher ans Herz gelegt hat, bin ich noch neugieriger geworden. Somit hatte ich mich ganz spontan dazu entschieden "A Christmas Bride/Christmas Beau" zu lesen. Allein schon wegen dem Titel verführerisch zu dieser Jahreszeit. ;) 

In dieser Ausgabe sind zwei Geschichten vereint, die bereits im Jahre 1997 veröffentlicht worden sind. Sie spielen jeweils um die Weihnachtszeit bzw. auch direkt an Weihnachten. Mein erster Eindruck von Ihnen ist schwerlich einzuschätzen, da ich sie einerseits irgendwie mochte, aber andererseits waren sie mir zeitweise zu zäh und die Charaktere auch nicht unbedingt die sympathischsten. 
 
1. A Christmas Bride
Hier wird die Geschichte von Edgar Downes und Helena, Lady Stapleton, erzählt. Beginnen die tut die Geschichte knapp zwei Monate vor Weihnachten. Auf einer kleinen Soiree treffen die beiden zum ersten Mal auf einander und können auch nicht den Blick voneinander lassen. Verführt von den kleinen Teufeln in sich und der zwischen ihnen knisternden sexuellen Spannung, verbringen die beiden eine leidenschaftliche Nacht miteinander. An den darauffolgenden Aufeinandertreffen gehen die beiden sich trefflichst aus dem Weg, wagen nicht einmal den anderen anzuschauen. Erst knapp zwei Wochen vor Weihnachten wird Helena klar, dass ihr kleines Aufeinandertreffen mit Edgar eine schwerwiegende Folge hat: sie ist schwanger. Als ihr dies klar wird, versucht sie alles, dies vor ihrer Umwelt so lange wie möglich zu verheimlichen – ganz besonders vor Edgar. Doch auch Edgar ist nicht von gestern und als er zufällig herausfindet, dass Helena gesundheitlich angeschlagen ist, einen Höflichkeitsbesuch mit seiner Schwester tätigt und diese dann auch darüber tratscht, wie sie sich in den ersten Monaten ihrer Schwangerschaft gefühlt hat, ist auch ihm schnell klar, dass ihre gemeinsame Nacht Konsequenzen hat. 

Doch kann er Helena dazu bringen, sich von ihrer Unabhängigkeit loszusagen und den Bund der Ehe mit ihm einzugehen? 

Die Story/Umsetzung
Die Geschichte an sich ist ja ganz nett und auch in ihrer Eigenart etwas ungewöhnlich, was sie natürlich interessant macht. Leider hat es Frau Balogh nicht geschafft, mich hier zu überzeugen, was eher daran liegt, dass die Umsetzung der Story etwas zu zäh und langatmig war. Denn statt einer guten Handlung wurde hier meistens die Inneneinsicht der Charaktere dargestellt, die auf Dauer sehr träge waren und mich dazu verführten, das Buch beiseite zu schieben. 

Erschwert wurde die Erzählung noch dadurch, dass ich als Leser hier keine Emotionen feststellen konnte, kein Knistern, keine Liebe – gar nichts. Es wirkte kalt und distanziert. Dass zwischen Helena und Edgar eine Liebesbeziehung entstanden sein soll, ist wirklich fraglich gewesen und auch geblieben. 
 
Charaktere
Nicht immer sympathisch, aber dafür recht realitätsnah, wenn auch nicht gerade zeitgemäß und etwas zu modern. 

Helena war eine Witwe von 36 Jahren, die aufgrund ihrer Schuldgefühle, aufgrund eines Ereignisses in der Vergangenheit, vor sich selbst und ihrer Umwelt davon gerannt ist – bis Edgar in ihr Leben getreten ist. Doch in den Jahren ihrer Einsamkeit hat sie sich auf niemanden eingelassen, weder auf Freunde, Familie oder gar Liebhaber. Sie hat es genossen, umherzureisen und ihre Unabhängigkeit zu feiern. Doch vor sich selbst kann sie nicht ewig weglaufen und sie fürchtet, auch wenn sie zu anfangs Edgar nicht recht leiden kann, dass sie sein Leben zerstört mit ihrer Anwesenheit – und auch des ungeborenen Kindes. 
 
Edgar fühlt sich zu alt, um zu heiraten. Er ist 36 Jahre alt und alle heiratswilligen jungen Damen der Londoner Gesellschaft, die ihm zu Füßen gelegt werden, könnten seine eigenen Töchter sein. Schaudern lässt er dieses Debakel über sich ergehen, abgelenkt durch die ungewöhnliche Art von Helena, die ihm vom ersten Moment an fasziniert, aber auch provoziert. Er ist recht dominant, lernt aber schnell sich auf Helenas Eigenart einzulassen und auf sie einzugehen. Doch ob er es schafft, die Schatten ihrer Vergangenheit zu vertreiben, ist fraglich. 
 
Alles in allem ist die erste Geschichte eine nette Unterhaltsstory, ohne großes Brimborium, ohne Drama, ohne Skandale, sondern mehr eine Geschichte über Schuldgefühle und ihre Auswirkungen. Die Nebenthematik, die Frau Balogh allerdings mit der Geschichte aufgeworfen hat, war gar nicht so einfach zu schlucken und die schwere Atmosphäre, die hier stetig im Raum steht, wurde dadurch nur noch schwerer. Erwähnen möchte ich jetzt nicht, um welche Thematik es sich handelt, da ansonsten der einzige Spannungspunkt in der Geschichte verloren geht, falls jemand Interesse hat, die Geschichten selbst zu lesen. ^^ 
 
2. Christmas Beau
Max, Marquess of Denbigh, ist seit acht Jahren von Schmerz und Rache zerfressen und nun endlich sieht er den Tag der Abrechnung kommen. Lange hat er darauf gewartet, sich an seine Ex-Verlobte, die ihn ohne ein Wort für einen anderen Mann hat verlassen, zu rächen. Judith hat sieben Jahre in einer grauenvollen Ehe verbracht, bis ihr Ehemann unter skandalösen Umständen ums Leben gekommen ist. Einziger Lichtblick in ihrem Leben sind ihre beiden Kinder, Rupert und Kate. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin hat sie sich entschieden in London ein ruhiges Weihnachtsfest zu verbringen. Doch schon ihr erster gesellschaftlicher Auftritt bei einem gesellschaftlichen Ereignis wird durch das Auftreten von Max überschattet, der anscheinend nicht die Augen von ihr lassen kann. Zuerst ist Judith davon überzeugt, das Max nichts Gutes plant, sondern sich für ihr Verhalten vor acht Jahren, was sie selbst sehr bedauert, rächen will. Aber Max weiß, wie er seinen Willen bekommt, indem er die Herzen ihrer Kinder und das ihrer Schwägerin erobert und sie in seine Pläne mit einbezieht. 

Gezwungen, seine Einladung nach Denbigh Park anzunehmen, verbringt Judith dort mit ihren Kindern und ihrer Schwägerin ein schönes Weihnachtsfest und lernt Max aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und ihr Misstrauen wird mit der Zeit zu Vertrauen. 

Doch wird Max von seinem Racheplan absehen und einsehen, dass er Judith immer noch liebt bevor es zu spät ist? 

Die Story/Umsetzung
Die sprachliche Umsetzung hat mich hier nicht so sehr beeinträchtigt, wie in der ersten Geschichte. Sie hat sich wesentlich besser und angenehmer lesen lassen, was wohl damit zusammenhing, dass man hier die Balance zwischen Inneneinsicht in die Charaktere und Handlung besser ausgeglichen war. 

Zeitweise musste ich hier schon grinsen, wenn die beiden Kinder von Judith ihren Auftritt hatten, sie waren erfrischend und niedlich zugleich. Auch Amy, Judiths Schwägerin, war herzerwärmend naiv, trotz ihres Alters, und hat der Geschichte eine Wärme verliehen, die in der ersten nicht zu finden war. Als Leser war man nicht nur zur feierlichen Weihnachtsstunde dabei, die wirklich niedlich war, sondern auch bei den weihnachtlichen Vorbereitungen des Häuserschmückens, Krippenspielproben und Weihnachtsliedersingens. Eine liebenswert unterhaltsame Geschichte, die es wirklich schafft, zeitweise Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, wenn da nicht die drohende Unheilswolke über der Festtagsgesellschaft hängen würde. 
 
Die Charaktere
Die Charaktere hier sind allesamt sehr liebenswert und sympathisch umgesetzt, selbst Max, der ja von seinen Racheplänen einfach nicht ablassen will. 

Judith weigert sich, zu bereuen, dass sie damals Max ohne eine Wort hat im Regen stehen lassen, weil sie ja dadurch ihre beiden kleinen Kinder hat, die ihr Leben so lebenswert machen. Allerdings hat sie schon Schuldgefühle, wie sie ihn seinerzeit behandelt hat, auch wenn sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn Angst vor seiner zurückhaltenden Art und seinem grimmigen Blick hatte. Sie glaubt anfangs nicht daran, dass Max sie wiederhaben will, weil er möglicherweise zarte Gefühle für sie hat, sondern weil er sich rächen möchte. Doch mit der Zeit lernt sie ihn immer besser kennen und lernt hinter seine Fassade zu blicken und sieht dort Schmerz, Einsamkeit, Liebe und Hass. 
 
Max hat lange gebraucht, um sich einigermaßen von Judiths Verhalten vor acht Jahren zu erholen und sinnt nun trügerisch auf Rache. Doch womit er nicht gerechnet hat, dass er ihre Schwägerin und ihre Kinder in sein Herz schließt und beginnt, Judith zu verstehen und auch darum, warum sie damals mit Easton durchgebrannt ist, statt ihn zu heiraten. Verärgert, verletzt und von Hass zerfressen, ist es nur die Weihnachtszeit, die seine kalten Pläne schmelzen lassen könnten. Doch will er das überhaupt? 
 
Die zweite Geschichte war schon wesentlich angenehmer zu lesen, die Charaktere wesentlich sympathischer und auch die Gefühle der einzelnen Charaktere sind hier besser zur Geltung bekommen. Als Leser konnte ich hier wirklich gut mit den Charakteren mitfühlen und –fiebern. Auch, dass zwischen den beiden Protagonisten Gefühle vorhanden sind, die sich mit der Zeit verändern und tiefer werden, ist gut und nachvollziehbar durch Frau Balogh wiedergegeben worden. Eine wirklich sehr angenehme weihnachtliche Geschichte, die wirklich Spaß gemacht hat, zu lesen. 

 

Bewertung:

Zwei vom Titel her recht weihnachtlich klingende Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten mit unterschiedlichen Charakteren und einer Atmosphäre, die anders nicht sein könnte. Wer schwergängige bzw. dramafreie Storys nicht mag, sollte von diesen beiden hier besser die Finger lassen. Wer es allerdings gelassener mag und nicht immer viel Wert auf Romantik legt, für den könnten diese beiden hier vielleicht etwas sein. Mein letzter Versuch mit Büchern von Frau Balogh wird es jedenfalls nicht gewesen sein. ;) 
 

1 Kommentar:

  1. Mh, mich würde die zweite Geschichte jetzt direkt ansprechen. Die Erste weniger, wenn ich den Namen Edgar schon höre/lese muss ich sofort an den Kakerlaken-Mann aus Men in Black denken und dann kann ich das nicht mehr Ernst nehmen und bin nur noch am Lachen *g*

    Dafür hört sich Christmas Beau so an, als könnte es mir gefallen und die Charakere scheinen trotz ihrer eher turbulenten Vergangenheit doch liebenswürdig zu sein *auf den Wunschzettel setze*

    Liebe Grüße, Melanie

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