[Review] Perry, Anne – A Christmas Homecoming


Taschenbuch
Erschienen: 2011
Sprache: Englisch
Seiten: 154
Verlag: Headline
ISBN: 978-0-7553-7694-0
Preis: ca. 8,30 €
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 



About the author:
Anne Perry is a New York Times bestselling author noted for her memorable characters, historical accuracy and exploration of social and ethical issues. Her two series, one featuring Inspector Thomas Pitt and one featuring Inspector William Monk, have been published in multiple languages. Anne Perry was selected by The Times as one of the twentieth century’s 100 Masters of Crime’ and now lives in Scotland. 


Klapptext:
When Caroline Fielding and her husband Joshua, a celebrated actor and director, receive an invitation to visit Charles Netheridge over the Christmas period, they feel they cannot refuse. Netheridge has agreed to fund Joshua’s next production if he and his actors perform his daughter Alice’s amateur dramatization of Bram Stoker’s Dracula.
As Joshua’s company begin their preparations, a stranger with an intimate knowledge of vampire lore arrives, asking for shelter from the deepening snow. Soon, the dark nightmares of Dracula are played out off, as well as on, stage. Who exactly has Netheridge invited into his home? And when a life is taken, can the culprit be found before the snow melts? 

 
Meinung:
“A Christmas Homecoming” ist ein netter kleiner Schmankerl für Zwischendurch, der durch seine Handlung wie auch recht gut umgesetzten Charaktere besticht. 
 
Sprachliche Umsetzung
Die sprachliche Umsetzung ist angenehm, flüssig und lässt sich wirklich gut lesen. Leider hat es Frau Perry für mich nicht geschafft, eine düstere bis spannende Erzählung zu fabrizieren, von der ich nicht lassen konnte. Sie ist angenehm und unterhaltsam, aber mehr auch nicht. 

Handlung
Die Handlung spielt im Jahre 1897, dem Jahre, in dem wohl das bekannteste Werk von Bram Stoker erschien – Dracula. 

Da die kleine Theatergruppe um Joshua, Caroline, Vincent, James, Mercy und Lydia ja dazu aufgefordert worden ist, die Adaption einer Theatervariante von Dracula aufzuführen, ist schnell klar, dass auch das Buch und seine kleinen Details hin und wieder thematisiert werden, wenn es auch nur darum geht, die Umsetzung der Story auf die Bühne zu bewerkstelligen. Das ist allerdings kein leichtes Unterfangen, denn Alice, die Tochter von Charles Netheridge, ist ein Neuling im Schreiben von Theaterdrehbüchern. So stellt sich hier in vielerlei Phasen die Frage der Umsetzung und Umschreibung des Stückes – gerade auch in Hinblick auf die begrenzte Schauspielerzahl. 
 
Dies ist bis zur Ankunft eines weiteren, unerwarteten Charakters recht schwierig, da, wie bereits erwähnt, das Grundgerüst für das Theaterstück noch in den Kinderschuhen steckt. Erst mit Ankunft von Anton Ballin, einem Fremden, den niemand zu kennen scheint, gewinnt nicht nur die Arbeit am Theaterstück Auftrieb, sondern auch die Handlung selbst, wenn leider auch recht schleichend. 
 
Vordergründig wurde mir durch Frau Perry die Arbeit an dem Theaterstück nähergebracht, aber leider blieben dadurch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere untereinander nahezu ungerührt. Versteht mich hier bitte nicht falsch, es war zwar recht interessant, mitzuerleben, wie das Stück von Alice immer weiter lebendiger, besser und faszinierender wurde, gerade wenn man die Bedeutung des „Vampirs“ in der Geschichte thematisiert, war es leider auch genau das, was die eigentliche Handlung hat blass erscheinen lassen – den Mord an einem der Beteiligten. 
 
Und selbst nach dem Mord tappte ich als Leser ähnlich wie die Charaktere selbst in der Dunkelheit rum. Dadurch, dass ich zwar die Arbeit an dem Theaterstück miterlebt hatte, aber leider nicht wie sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren – mit Ausnahme von Alice, Douglas und Lydia – entwickelten. Dies hatte zwar den klaren Vorteil, dass einem dadurch nicht sofort von Anfang an klar war, wer hier der Übeltäter ist. Auch das Mordmotiv wirkte dadurch etwas blass und fadenscheinig, als wenn die Autorin selbst nicht wüsste, wie sie dieses Manko ausbügeln sollte. 
 
Und auch wenn die Geschichte um Weihnachten herumspielt, die Welt im Schnee versinkt und das beabsichtigte Theaterstück das Weihnachtsgeschenk an Alice sein soll, so vermag es die Autorin nicht hierneben auch noch ein klein wenig Weihnachtsstimmung zu verbreiten, denn diese versinkt im wahrsten Sinne des Wortes im Schnee. ;) 
 
Neben Dracula werden hier auch noch andere Themen schematisch angeschnitten, aber leider nicht fortführend ausgeweitet. So wird zum einen die Dreiecksbeziehung zwischen Alice, Douglas (Alice Verlobter) und Lydia nicht aufgeklärt. Als Leser habe ich nicht erfahren, wofür sich letztendlich Alice und Douglas und auch Lydia entschieden haben. Sehr schade. Der Punkt hätte mich letzten Endes wirklich sehr interessiert. Hierneben wird, wie in einigen historischen Romanen auch, die Stellung der Frau in der Gesellschaft thematisiert und die damit einhergehende Ungerechtigkeit. Auch Religion wird leicht angeschnitten, aber nicht weiter darauf eingegangen, nachdem feststellt wird, dass alle bis auf einen Charakter ja christlichen Glaubens sind. 
 
Charaktere
Die Charaktere sind allesamt gut durchdacht und umgesetzt. Protagonistin der Geschichte ist Caroline Fielding, die Frau von Joshua Fielding, der Schauspieler und Regisseur in dem Stück von Alice ist. 

Aus Carolines Perspektive wird die Geschichte erzählt, wobei hier und da kleine Anmerkungen gemacht werden, dass sie sich bereits in der Vergangenheit mit Mordio und Zeter auseinander zu setzen hatte. Leider wird darauf in der Geschichte selbst nicht weiter eingegangen, sodass man auch hier als Leser klar im Dunkeln gelassen wird. Sie ist das zweite Mal verheiratet. Ihr erster Mann ist bereits verstorben und hat entgegen sämtlicher gesellschaftlicher Standards einen Mann weit unter ihrem Rang geheiratet. Allerdings stört das Caroline überhaupt nicht, da sie sehr glücklich in ihrer zweiten Ehe ist. Aus erster Ehe hat sie bereits drei Töchter, wobei davon nur zwei Namentlich erwähnt werden. 
 
Geprägt ist die hiesige Protagonistin von einer schnellen Auffassungsgabe, Loyalität zu Freunden und Familie und ein Blick für kleine Details. Man könnte sie sozusagen die Miss Marple dieser Geschichte nennen. ;) 
 
Alles in allem ist das Zusammenspiel zwischen Handlung, Erzählstil und Charakteren stimmig. Die Geschichte ist nett und unterhaltsam. Für Zwischendurch genau das Richtige. 

 
Bewertung:
Wer auf der Suche nach einem Cluedo in Buchform ist und nicht allzu hohe Erwartungen an die kriminalistische Handlung hegt, dürfte mit „A Christmas Homecoming“ ganz gut bedient sein. Allerdings ist die Story nichts Herausragendes, sondern eher ein Buch für einen gemütlichen Abend daheim. ;)

Kommentare

  1. Hey du :)

    *lach* oje :) da sind wa ja schon zu Dritt die es nicht so einfach hatten ihre Geschichten auch weihnachtlich anhauchen zu lassen :)

    Aber zumindest zum Thema Vampir sind hier anscheinend alle glücklich zu machen :)

    Schönen Dank für dein Rezi :)

    LG
    Romi

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    1. Wenn du den Vampir in "" setzt, dann sind wir uns einig. *lach* Denn immerhin wird in dem Roman die Symbolträchtigkeit dieses Wesens thematisiert, nicht ob es wirklich existent ist. Auch wenn die Autorin versucht, hier Realität und Fantasy zu vermischen (was ihr leider nicht gelingt).

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  2. Scheint der Tag der unzufriedenen Adventleser zu sein :-)

    Die Geschichte hört sich für mich aber gut an, weißt du, ob es die auch schon auf deutsch gibt?

    Dir noch einen schönen 1. Advent, der fast vorbei ist.

    LG
    Monika

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    1. Hallo Monika,

      ich bin jetzt endlich mal dazu gekommen, dies nachzugucken und ja, der Perry ist bereits auf Deutsch unter dem Titel "Die Weihnachtsleiche" erschienen. Kein sehr attraktiver deutscher Titel. *hust*

      Liebe Grüße
      Mandy

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