[Review] McCafferty, Megan - Bumped (Bumped #1)



About the author:
Megan McCafferty is the New York Times bestselling author of the Jessica Darling series, which includes Sloppy Firsts, Second Helpings, Charmed Thirds, Fourth Comings, and Perfect Fifths. 

Description:
When a Virus makes everyone over the age of eighteen infertile, would-be parents pay teen girls to conceive and give birth to their children, making teens the most prized members of society. Girls sport fake baby bumps and the school cafeteria stocks folic-acid-infused food.
Sixteen-year-old identical twins Melody and Harmony were separated at birth and have never met until the day Harmony shows up on Melody’s doorstep. Up to now, the twins have followed completely opposite paths. Melody has scored an enviable conception contract with a couple called the Jaydens. While they are searching for the perfect partner for Melody to bump with, she is fighting her attraction to her best friend Zen, who is way too short for the job.
Harmony has spent her whole life in Goodside, a religious community, preparing to be a wife and mother. She believes her calling is to convince Melody that pregging for profit is a sin. But Harmony has secrets of her own that she is running from.
When Melody is finally matched with the world-famous, genetically flawless Jondoe, both girls’ lives are changed forever. A case of mistaken identity takes them on a journey neither could have ever imagined, one that makes Melody and Harmony realize they have so much more than just DNA in common. 

My Thoughts:
Als ich seinerzeit die Beschreibung zu "Bumped" las, musste ich das Buch haben. Es passte einfach zu meiner Phase dystopischer Jugendbücher, die mich unendlich reizten, ich aber bisher nicht weiter anguckte. Nun habe ich mich dem Buch gewidmet und frage mich, warum ich es mir überhaupt gekauft habe. 

Ich konnte mit der Geschichte um die Zwillinge Melody und Harmony recht wenig anfangen, weil es mich einfach abgeschreckt – und zeitweise auch angewidert - hat, dass Babys in einem Jugendbuch als Ware angepriesen werden von Teenager-Müttern, die für Profit mit anderen fruchtbaren, professionellen Jugendlichen Kinder kriegen und sie dann weggeben, nur um später irgendwann einmal das Kind einer Fremden zu adoptieren und großzuziehen, wenn man alt genug ist. Das Ganze war zwar ideentechnisch interessant, aber von der Thematik her keine Jugendbuch-Thematik. Auch dieser gesellschaftliche Hype und Druck, als Jugendliche Kinder zu kriegen, war für mich einfach schizophren. Gleiches galt für den Wettkampf unter den Mädchen, wer am häufigsten schwanger werden kann und die profitabelsten Deals mit potentiellen Adoptiveltern abschließt als auch für das Verbot von Verhütungsmöglichkeiten. 

Die Idee von einer Gesellschaft, die aufgrund eines Virus‘ unfruchtbar geworden ist und auch der Ansatz der Umsetzung ist sehr kreativ. Allerdings trifft diese Thematik eher ein etwas reiferes Publikum, meines persönlichen Empfindens nach. 

Die Idee der Geschichte um Melody und Harmony ist leider das Einzige, was ich als positiv anpreisen kann. Die beiden Protagonistinnen, aus deren Perspektive abwechselnd das Handlungsgeschehen erzählt wird, sind wenig sympathisch. Melody wirkt zu oberflächlich durch ihren sehr ambitionierten Drang erfolgreich zu sein und ihre leichte Verbitterung darüber, dass ihre Adoptiveltern sie zu einem Dasein als Leihmutter "nötigen". Sie ist in ihren gesellschaftlichen Zwängen gefangen und darf nicht der Mensch sein, der sie sein will; sie darf sich nicht frei entwickeln, sondern ist immer gezwungen zu tun, was andere von ihr wollen. Man bekommt zwar relativ früh mit, dass Melody sich in ihrer gesellschaftlichen Position nicht wohl fühlt, allerdings ist sie zu schwach, um sich dem Massendruck zu entziehen. Bei Harmony verhält es sich etwas anders. Sie ist diejenige, die in einer religiösen Gemeinschaft aufgewachsen ist, bei der man mit 13 Jahren bereits verheiratet wird. Sie ist aufgeweckt, neugierig und auch nicht dumm genug um alles zu glauben, was man ihr erzählt. In diesem Punkt kann man sagen, ähneln sich die beiden Mädchen. Allerdings ist Harmony mutig genug mit den Zwängen ihrer Gesellschaft zu brechen und ihre Gemeinschaft zu verlassen, um Melody zu "reformieren". Was natürlich total blödsinnig ist, weil, warum sollte ihre Zwillingsschwester in ihrer Gemeinschaft leben wollen, wenn sie selbst nicht dazu bereit ist, weil es ihr widerstrebt? Dadurch, dass Melody jedoch in einer recht offenen und technologisch vernetzten Gesellschaft aufgewachsen ist, ist sie in vielen Bereichen nicht halb so naiv wie Harmony. Denn ihre Naivität ist es, die Harmony zum Opfer von Melodys Gesellschaft werden lassen. 

Ein weiterer Kritikpunkt ist die angepriesene, angebliche Liebesgeschichte zwischen Melody und Zen. Diese ist nämlich gar nicht präsent und wirkt – gerade zum Ende hin – sehr aufgesetzt. Über die Beziehung der beiden zueinander und wie sie sich eigentlich kennengelernt haben und Freunde wurden, wird nichts erzählt. Man soll als Leser diese Tatsache einfach so hinnehmen und glücklich darüber sein, dass der Ansatz einer Liebesgeschichte dargeboten wird. Sorry, aber das ist nicht das, was ich von einer Liebesgeschichte erwarte. Hier fehlen eindeutig die Gefühle und ein leichtes Knistern zwischen diesen beiden. 

Der Erzählstil der Autorin ist für sich genommen recht angenehm und gut zu lesen, jedoch störte mich bei dieser Geschichte die hierfür ausgewählte Jugendsprache. Diese war nervig und wirkte wie ein langer Dauerwerbespruch fürs Schwangerwerden. *würg* Definitiv etwas, das für mich kein Platz in einem Buch für jugendliche Leser haben sollte. Gegen die Freilebigkeit, sexuelle Erfahrungen zu sammeln, habe ich nichts; gegen den mangelnden Aufklärungssinn jedoch schon. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Drogenmissbrauch regt in gewissem Maße zum Nachdenken an, wirkt hier aber eher wie eine Absolution und normaler Alltag. Ähnlich verhält es sich mit dem Zwang nach „genetischer Reinheit“. Das weckt schon wieder den Anschein einer Diskriminierung gewisser ethnischer Gruppierungen, obwohl die Gesellschaft von Melody und Harmony als recht global geschildert wird. 

"Bumped" ist kein gewöhnlicher dystopischer Roman. Es finden sich hier viele verschiedene Elemente, die das Potential für eine wesentlich stärkere Story besitzen. Es ist sehr schade, dass viel von dem dargebotenen Potential ungenutzt bleibt in Form eines recht schwach ausgebauten World Buildings, einer schlecht angebotenen Liebesgeschichte und unsympathischen Protagonistinnen.

Kommentare

  1. Hört sich irgendwie sehr gruselig an.

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    1. Neben strange und abartig trifft es gruselig auch ganz gut. Die Grundidee ist nicht schlecht, nur hätte man das eher für ein reiferen Publikum ausbauen und umsetzen sollen.

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