23.05.2016

[Review] Sparkes, Ali - Zeitsprung ins Jetzt


Über die Autorin:
Ali Sparkes arbeitet als Journalistin und BBC-Moderatorin und nutzt ihre Söhne regelmäßig als häusliche Versuchskaninchen für ihre Kinderbuchmanuskripte – ihrer Ansicht nach ein fairer Tausch dafür, dass man sie als wandelnden Speise- und Getränkeautomat behandelt. Bevor Ali Sparkes als Produzentin und Moderatorin zu BBC Radio Solent kam, war sie als Lokalreporterin und Kolumnistin tätig.
Schließlich entschloss sie sich, ihre sichere Stelle aufzugeben, um sich nur noch dem Schreiben von Drehbüchern und Manuskripten zu widmen.
Sie wohnt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Southampton. "Zeitsprung ins Jetzt" wurde 2010 mit dem „Blue Peter Book of the Year Award“ ausgezeichnet. 

Beschreibung:
Ein Experiment mit Folgen. 

Rachel und Ben entdecken unter der Erde ein verborgenes Labor und zwei Kinder im Kälteschlaf. Plötzlich erwachen die beiden: Polly und Freddy sind zwölf und dreizehn Jahre alt – und das seit 1956! Während Rachel und Ben noch dabei sind, ihren neuen Freunden etwas über Handys, Computer und das Leben von heute beizubringen, sind ihnen feindliche Geheimagenten schon auf der Spur… 

Meine Gedanken:
"Zeitsprung ins Jetzt" war für mich ein ganz besonderes Leseerlebnis. Normalerweise gehören Kinderbücher nicht unbedingt zu meiner bevorzugten Lektüre. Aber bei diesem Buch habe ich eine Ausnahme gemacht. 

Einerseits hat mich das Cover damals unglaublich fasziniert, sodass ich es unbedingt haben musste. Da gab es kein Halten mehr. Erst recht nicht, nachdem ich die Beschreibung zu dem Buch gelesen hatte. Die Geschichte des Geschwisterpaares Rachel und Ben hat mich irgendwie fasziniert und tut es auch jetzt noch nach dem Lesen unweigerlich. 

Eigentlich kann ich nur sagen, dass dieses Buch irgendwie an die eigenen Kindheitswünsche erinnert. Denn wer hatte sich nicht gewünscht in den großen, langweiligen Ferien ein Abenteuer der besonderen Art zu erleben? Oder vielleicht eine Entdeckung zu machen, die das weitere Leben beeinflusst? Wenn wir alle ehrlich sind, so hat doch sicher der eine oder andere von uns sich gern solchen Tagträumereien einmal hingegeben. „Zeitsprung ins Jetzt“ nimmt einen Leser mit auf eine solche Reise. Denn Rachel und Ben entdecken in einem geheimen, auf ihrem Grundstück versteckten Labor die im Kälteschlaf gefangenen Kinder Polly und Freddy, die letztendlich auch noch Verwandte von den beiden sind. Dadurch entsteht ein unglaublich tolles Kontrastbild: Kinder der Gegenwart treffen auf Kinder aus den 1950er Jahren. Und genauso unterschiedlich sind die beiden Geschwisterpaare. 

Rachel und Ben sind moderne Kinder, die mit den Annehmlichkeiten unserer Zeit aufgewachsen sind. Dementsprechend ist natürlich auch ihr Sprachgebrauch und ihr Verhalten Erwachsenen gegenüber. Polly und Freddy sind natürlich das ganze Gegenteil. Sie wissen selbstverständlich nichts über unsere Zeit, den technologischen Fortschritt und die Entwicklung des politischen Geschehens seit 1956, was natürlich immer wieder für ordentlich Konfliktpotential sorgt. Auch ist die Ausdrucksweise der beiden und ihr Respektverhalten ganz anders. Ich musste schon hin und wieder grinsen, wenn Polly etwas als "famos" bezeichnete oder Freddy auf "Schwulitäten" aus war. 

Für den weiteren Unterhaltungswert sorgten dann noch ein "alter, ungelöster Mordfall" und "Agentenspielchen", die den kalten Krieg wieder etwas aufflackern ließen. 

Letztlich kann ich für mich behaupten, dass das für mich ein rundum gelungenes Kinderbuch war. Es ist gut geschrieben und hat sich wunderbar lesen lassen, war spannend und hatte tolle Charaktere zu bieten. Auch waren nicht alle Aspekte gleich nach den ersten 10 Seiten offengelegt, was dafür sorgte, dass ich auch bis zur letzten Seite unermüdlich an der Story von Rachel, Ben, Polly und Freddy gelesen und meinen Spaß daran hatte.

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