[Thinking About…] Die Welt der Blogger


Ich hatte diese Woche das erste Mal seit langer Zeit endlich mal wieder die Möglichkeit, ausgiebig zu surfen. Dabei habe ich hier und da geschaut, aber vor allem war ich auf altbekannten und neuen Blogs unterwegs. Immerhin habe ich ja in den letzten drei Jahren unendlich viel verpasst und kaum etwas mitbekommen. Ich habe zwar hier und da ab und an mal den einen oder anderen Beitrag gelesen, aber selten kommentiert. Diese Woche hatte ich mir vorgenommen, das ein bisschen zu ändern. Ich habe nicht überall einen Kommentar hinterlassen – das wäre zu viel des Guten. Denn ich verfolge immer noch das Prinzip, dass ich nur zu Beiträgen, zu denen ich auch etwas „zu sagen habe“, meinen Senf dazu gebe. Also sind es nicht allzu viele Kommentare geworden. Ihr könnt beruhigt aufatmen. ;) 

Das Erste, was ich entdeckte, war, dass sich auf einigen Blogs – mal abgesehen von der indirekten Buchwerbung, die die meisten Buchblogs machen – sich jetzt auch kommerzielle Werbung tummelt. Ich war darüber ein wenig schockiert. Dennoch kam ich letztendlich zu der Erkenntnis, dass es jedem selbst überlassen ist, was er/sie auf ihrem/seinem Blog haben möchte. Da das Bloggen für mich ein Hobby ist, bei dem ich mich mit Gleichgesinnten austausche, bleibt es bei mir eher "unkommerziell". Solltet ihr etwas Gegenteiliges finden, bittet schreit ganz laut "hier". 

Nachdem ich diesen Schock überwunden habe, kam ein neuer hinzu. Ihr werdet es wahrscheinlich kaum fassen, aber als ich in meiner Sidebar rumschnupperte, fiel mir doch glatt auf, dass ich allein im Mai 2016 mehr Posts gepostet habe als im vergangen Jahr! *Konfetti werf* Dazu lässt sich nur sagen, dass es wesentlich einfacher ist zu bloggen, wenn man nicht so ungemein viel um die Ohren hat, an Schlafmangel leidet und neben sportlicher Betätigung und Lesen etc. nicht weiß, was man mit seiner schlaflosen Zeit anfangen soll… Also seid gewarnt, dass es demnächst mehr von mir zu lesen gibt. 

Einigen ist sicherlich auch aufgefallen, dass sich bei mir sonst auch etwas getan hat. Ich wollte ein bisschen Abwechslung auf meinem Blog haben und habe daher etwas am Design "gefuscht". Auch bei meinen Reviews hat sich eine kleine Veränderung abgezeichnet. Ich hoffe, sie gefällt euch – einigermaßen. Ich brauchte da einfach mal etwas Neues. 

Und dann bin ich zufällig auf einen Blog gestoßen, der mir etwas zum Nachdenken gab. Nicht das Problem der Werbung, sondern eher ein bisschen reflektierend. Dieser Blog gab mir Denkanstöße dahingehend, warum und wieso ich seinerzeit mit dem Bloggen angefangen habe und was meine eigentliche Zielgruppe war, als ich anfing. Ehrlich gesagt, hatte ich keine wirkliche Zielgruppe im Visier. So berechnend bin ich nicht. Mein Grundgedanke war, und ist nach wie vor, der Austausch über das Gelesene. Evtl. schleicht sich auch hier und da mal ein anderes Thema ein, aufgrund dessen was einen gerade beschäftigt. Aber, ich denke, das ist normal und auch okay. Hattet ihr eigentlich eine Zielgruppe im Visier, als ihr mit euren Blogs anfingt? Ich meine, viele von uns schreiben ja nun schon seit längerer Zeit an ihren Blogs. Wenn man bedenkt, dass z.B. mein Blog – unter dem Aspekt des Namenswechsels – schon seit fast sechs Jahren existiert, ist das schon eine relativ lange Zeit. Viele Blogs sind in dieser Zeit gekommen und auch wieder gegangen. Ich selbst habe mal mehr und mal weniger gebloggt. Aber dafür gab es entweder persönliche, berufliche oder auch schulische Gründe. Und daran ist nichts Falsches zu sehen. 

Im Übrigen ist mir diese Woche noch etwas aufgefallen: Ich habe es ungemein vermisst gedruckte Bücher zu lesen. Dadurch, dass ich unter der Woche über immer so unheimlich viel unterwegs war, hatte ich meistens nur meinen Reader bei mir. Klein, handlich und eine Menge Lesestoff zur Auswahl war er natürlich der perfekte Begleiter in meiner schweren, mit dicken Schulbüchern gefüllten Schultasche. Aber jetzt, wo ich wieder die Möglichkeit hatte gedruckte, echte Bücher in der Hand zu halten und zu lesen, hat mich einfach dieses nostalgische Gefühl und die Atmosphäre, die ein gedrucktes Buch für mich verströmt, weggeschwemmt. Ich werde demnächst definitiv wieder mehr gedruckte Werke zur Hand nehmen und meinem Reader etwas Ruhe gönnen (Speicherplatz hat er ja eh keinen mehr!). ;) 

Dabei fällt mir ein: Wie ist das bei euch so? Lest ihr lieber gedruckte Bücher oder hat der Reader bei euch seinen Siegeszug gehalten? Warum habt ihr zu bloggen angefangen? 

Viele liebe Grüße,
eure animasoul

Kommentare

  1. Ich plane nicht genug beim Bloggen, um eine "Zielgruppe" im Blick zu haben. So gemischt wie die Blogs, die ich lese, sind auch die Themen über die ich blogge - auch wenn der Buchschwerpunkt unübersehbar ist. Bei mir war es der klassische Grund: Das Bedürfnis sich über Bücher auszutauschen. Als ich mit Bloggen anfing, wohnte ich schon einige Jahre in einer Stadt, in der ich kaum neue Kontakte gefunden hatte, und befand mich mitten im Umzug in eine neue Stadt. Durch die Umzüge, durch die Veränderungen bei meiner Arbeitssituation fehlten mir einfach meine Freunde, mit denen ich früher über Bücher geredet hatte. Mein Mann ist zwar ein geduldiger Zuhörer, aber ihn interessieren nur sehr wenige von den Büchern, die ich lese. Das erschwert den Austausch doch etwas. ;)

    Was die Frage nach gedruckten Büchern angeht: Ich lese so ungern eBooks! Klar ist es praktisch, dass ich den Reader mitnehmen kann, wenn ich unterwegs bin. Und manche Bücher bekomme ich nur als eBook, weil es keine anderen Ausgaben gibt oder die gedruckten Titel drei- bis viermal so teuer wären. Auch ist es ganz nett, dass ich beim Reader die Textgröße anpassen kann, wenn die Augen müde sind, oder lesen kann während des Strickens, ohne dass ich eine Hand benötige, um das Buch offen zu halten. Aber mir fehlt das haptische Erlebnis, ich habe kein Gefühl für den wirklichen Umfang des Buches, ich kann nicht mal eben blättern, um etwas nachzuschlagen, und überhaupt lese ich so viel lieber gedruckte Bücher, dass ich selbst Romane von gern gelesenen Autoren auf dem eBook schnell "ruhen" lassen, statt sie zügig zu lesen.

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    1. Stimmt, daran, dass du deinen Lesefortschritt quasi sehen kannst, habe ich beim gedruckten Buch so nicht gedacht. Für mich geht es eher um Geruch und Empfinden beim Seitenrascheln. ;)

      Ja, der Austausch mit der eigenen Familie hinsichtlich der Lektüre kann schon sehr eingeschränkt sein. Das kriege ich hier und da auch mit meiner Schwester mit. Dadurch, dass ich viele Sachen lieber auf Englisch lese, sind wird beide so unterschiedlich in unserem Leseverhalten und unseren Meinungen zu gewissen Büchern sind, dass wir uns da manchmal einfach nur angucken und das so hinnehmen, dass wir da wie Tag und Nacht sind. ^^'

      Austausch mit Freunden gestaltet sich auch manchmal schwierig. Das stimmt. Da muss ich dir recht geben. Bei mir ist es eher der Fall, dass ich die einzige Leseratte bin, die immer ein Buch zur Hand hat. Der Rest da eher ein bisschen "muffliger". *hehehe*

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    2. Gerade wenn es bei einer Geschichte mal Längen gibt oder ein Buch nicht so ganz überzeugen kann, hilft es mir, wenn ich den Umfang abschätzen kann. Beim eBook habe ich immer kein Gefühl dafür und gebe dann auch eher bei nicht so spannenden Stellen auf.

      Lustigerweise lesen meine Schwester und ich die gleichen Bücher, aber sie ist niemand, der sich über Bücher unterhält. Mit meinem Mann kann ich schon über Bücher reden, da er aber viel weniger und anders liest als ich, muss ich ihm immer erst den Inhalt erzählen, um die Punkte, über die ich reden will, deutlich machen zu können. Da tut er mir manchmal schon etwas leid, auch wenn er relativ geduldig zuhört.

      Unter meinen Freunden sind schon eine Menge Leseratten. Aber wir haben so wenig direkten Kontakt, dass dieser alltägliche Austausch nicht mehr zustande kommt. Bei den seltenen Telefonaten werden inzwischen eher Informationen über das gegenseitige Wohlergehen ausgetauscht und bis wir in die "was hast du zuletzt gelesen"-Phase kommen, tun die Ohren schon so weh und es ist so viel Zeit vergangen, dass dafür keine Zeit mehr bleibt.

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    3. Oha, meine Schwester liest ganz anders als ich. Selbst wenn wir dasselbe Buch gelesen haben, unterscheiden sich unsere Meinungen meistens gravierend. Ich bin meistens viel kritischer als sie. Was sie gut findet, lehne meistens ab. Aber das ist ok. Ich lese auch gerne Paranormal Romances, diese liest sie gar nicht gerne. Sie ist eher Contemporary oder zeitweise auch New Adult. Mit letzterem stelle ich mich meistens ein wenig quer. ;)

      *dich nochmal drück*

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  2. Ich mag es mehr E-Books zu lesen, weil ich einfach weniger Umgebungslicht brauche (bei Printbüchern brauche ich immer extrem viel Licht und das ist etwas ungemütlich), E-Books lese ich auf einem Tablet mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift, das ist recht angenehm. ABER an sich mag ich Printbücher mehr, weil ich sie ins Regal stellen kann. Wenn ich aber an die Massmarketpaperbacks denke, dann weiß ich, wieso ich dann meist doch die E-Books lieber lese. Ich kann markieren wie ich will UND ich muss mir um Rückenknicke keine Gedanken machen. Bei manchen Büchern kaufe ich deshalb tatsächlich beides. XD

    Ich hatte überhaupt keine Zielgruppe im Visier. Ich habe rezensiert was ich gelesen habe, was im Endeffekt eh nur eine Mini-Zielgruppe ist. Aber ich bin halt Randgruppenleserin. :D Ich würde nicht wegen Lesern anders rezensieren oder was anderes. Aber ich habe halt gemerkt, dass meinen Blog eh keiner liest und bin deshalb komplett zu Goodreads gewandert und dort erstaunlich glücklich. Okay, es lesen nicht mehr meine Rezensionen, weil sie halt im Dashboard auch schnell verschwinden, ABER ich habe keinen Druck mehr WIE meine Rezensionen aussehen müssen (auf dem Blog hat man eben nur "komplette" Rezensionen veröffentlicht). Bei GR gibt es jetzt auch sehr kurze "Rezensionen" und auch unfertige, wo ich nicht alles komplett ausgeführt habe und ich bin glücklich damit. UNd dort gibt es eine schöne Sache, Spoiler-Tags. :D Das hasse ich ja bei Amazon und meinem Blog, dass ich Spoiler nicht verbergen kann. ^^

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    1. Das Problem mit dem Umgebungslicht habe ich auch - aber eher weil meines zu schwach ist, muss ich immer das große, helle Licht anmachen. Bin ich gar kein Freund von. Ich lese auch ganz gern im Dunkeln. ;) Aber so gern ich wie meinen Reader auch mag, ich habe halt festgestellt, dass ich es doch einfach brauche, gedruckte Bücher zu lesen. Auch wenn der Reader - was das Herunterladen & Co. - sehr praktisch ist, fehlt mir dann doch der Anblick im Regal... wobei da mein Platz auch schon wieder recht begrenzt ist... *schmunzel* Besonders wegen der vielen Lernlektüre... ^^'

      Das kannst du so nicht sagen. Ich lese immer gern auf deinem Blog! Bin sogar wegen einigen Features, die du hast, ein klein wenig neidisch. Aber da ich beim Versuch an der HTML zu werkeln sicher ein absolutes Chaos veranstalten würde (im schlimmsten Fall, das Internet lahmlegen *gg*), halte ich mich dann doch lieber an "Standardversionen". ;)

      Bei GR bin ich froh, wenn ich daran denke meine aktuelle Lektüre einzugeben. :D

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  3. Ehrlich gesagt habe ich überhaupt nicht im Hinterkopf, dass ich meine Beiträge für eine bestimmte Zielgruppe schreibe. Zum größten Teil schreibe ich das eh alles nur für mich zur Erinnerung, aber wenn dann der ein oder andere dadurch ein Buch für sich entdeckt, freue ich mich.

    Ich finde es schade, dass ich zwar etliche klicks auf meiner Seite habe, aber so gut wie nie kommentiert wird. Aber damit habe ich mich abgefunden. Viel schlimmer finde ich es da, wenn ich selbst irgendwo kommentiere und dann einfach keinee Reaktion kommt. Selbst wenn ich im Kommentar eine Frage gestellt habe. Das vermiest mir das Kommentieren und ich mache es nur noch bei sehr wenigen Blogs. Aber das war ja nicht dein Thema.

    Zum Thema Ebook vs. Print brauche ich dir ja wohl nicht mehr meine Meinung sagen.
    LG
    Sunny

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    1. Das ging mir auch so, als ich den Artikel gelesen habe. Ich dachte auch, dass ich eigentlich gar nicht für eine bestimmte Zielgruppe schreibe. ;)

      Ich würde bei dir ja mehr kommentieren, aber du berichtest meistens über Kochbücher. Und ich und kochen? Ganz schlechte Kombination. Selbst wenn ich kochen kann, so streike ich da schon. Wenn du dich demnächst auf Backbücher verlegst, bin ich eher dabei. ^^

      Ja, das mit den Kommentaren und Klicks ist schwierig. Ich bin auch eher selektiv beim Kommentieren. Aber eher aus der Motivation heraus, dass ich dann dazu etwas zu sagen habe - meiner Ansicht nach. "Sinnlos-Kommentare" waren eine zeitlang auch sehr in. ^^'

      Ok. Strich bei Print. ;)

      Liebe Grüße zurück

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    2. Haha, ne Backbücher werden sicher nicht mehr kommen, da ich ja kein Weißmehl mehr benutze. Und Backalternativen, die dann auch noch schmecken, gibt es für mich nicht. :(

      Ne na Kommentieren nutzt nur was wenn man auch was zu sagen hat. :)

      LG
      Sunny

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    3. Schade. Bei Backbüchern wäre ich eher dabei. ;)

      Veganes/vegetarisches Kochen ist nicht ganz so meins. Wegen meinem Papa müssen wir ja auch mit Obst/Gemüse sehr vorsichtig sein. Fleisch darf natürlich auch nicht so viel sein. Schwierig, schwierig.

      Liebe Grüße zurück ;)

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  4. Ich blogge auch nicht wirklich mit einer Zielgruppe im Blick. Bei meiner Genremischung wäre die Zielgruppe wohl am ehesten "Querbeetleser" und das ist nun auch nicht gerade eine klar definierte oder gar einheitliche Zielgruppe. ;-)
    Mein Blog ist übrigens auch fast 6 Jahre alt - wir müssen also etwa zur gleichen Zeit mit dem Bloggen begonnen haben.

    Wenn es sich nicht um besonders schön aufgemachte und/oder illustrierte Bücher handelt, lese ich mittlerweile eigentlich lieber auf dem Reader. Den kann man in einer Hand halten, es macht nichts, wenn das Umgebungslicht nicht so gut ist, er ist leicht und handlich und hat Wörterbücher integriert. Finde ich einfach ungemein praktisch und bequem. Ich lese zwar tatsächlich etwa zur Hälfte Printbücher und zur Hälfte ebooks, aber Printbücher liegen bei mir im Schnitt meist viel länger auf dem SuB als ebooks.

    Ach ja, deinen neuen Hintergrund finde ich total süß-verspielt! Gefällt mir wirklich gut! :-)

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  5. Danke. :D

    Wirklich? Ist mir gar nicht so aufgefallen. Ich kann mich nur entsinnen, dass dein Blog eigentlich schon von Anfang bei mir im Blick ist. Ich habe ja schon vor dem Bloggen diverse Blogs verfolgt. ;)

    Es ist schön zu hören, dass ich nicht die Einzige bin, die nicht mit einer Zielrichtung im Blick angefangen hat, einen Blog zu schreiben. Und "Querbeetleser" wäre doch mal echt geniales Genre! Da viele eh gut gemixt sind. :P

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